Eine israelische Rakete bringt den Spionagesatelliten "Ofek16" ins All | Bildquelle: AP

"Ofek 16" Israel bringt Spionagesatelliten ins All

Stand: 06.07.2020 08:39 Uhr

Israel hat seinen neuen Spionagesatelliten "Ofek 16" in die Erdumlaufbahn geschossen. Er soll die militärische Aufklärung verbessern. Nach einem Brand in einer iranischen Atomanlage hatten die Spannungen in der Region zuletzt wieder zugenommen.

Vor dem Hintergrund neuer Spannungen mit dem Iran hat Israel einen Spionagesatelliten ins All geschossen. Der Satellit "Ofek 16" sei in der Nacht in eine Erdumlaufbahn gebracht worden, teilte das israelische Verteidigungsministerium mit. Die Datenübertragung habe plangemäß begonnen. Vor Beginn des vollen Einsatzes seien aber noch mehrere Tests geplant.

"Essenziell wichtig für Sicherheit Israels"

Der Satellit wurde vom Verteidigungsministerium und der Israelischen Raumfahrtindustrie (IAI) entwickelt. Er sei von einem Ort im Zentrum Israels aus von einer Schavit-Rakete ins All geschossen worden, hieß es in der Mitteilung. Verteidigungsminister Benny Gantz sprach von einer "weiteren außergewöhnlichen Errungenschaft für den Verteidigungsapparat". Er sagte: "Technologische Überlegenheit und geheimdienstliche Fähigkeiten sind essenziell wichtig für die Sicherheit des Staates Israel."

Wie verschiedene Vorgängermodelle soll der Spionagesatellit zur verbesserten militärischen Aufklärung beitragen. Amos Jadlin, ehemaliger Chef des israelischen Militärgeheimdienstes, erklärte, der Einsatz von "Ofek 16" verleihe Israel "besondere strategische und geheimdienstliche Fähigkeiten". Dies sei vor allem bedeutsam "in diesen Tagen, in denen sich eine mögliche Eskalation mit dem Iran abzeichnet".

Brand in iranischer Atomanlage

Nach einem Brand in der Atomanlage Natans war unter anderem über einen ausländischen Cyberangriff spekuliert worden. Der israelische Außenminister Gabi Aschkenasi sagte zu der Bedrohung durch das iranische Atomprogramm: "Wir ergreifen Maßnahmen, über die man besser nicht sprechen sollte." Gantz sagte dagegen: "Nicht jeder Vorfall im Iran steht mit uns in Verbindung."

Der Vorfall am Donnerstag habe gravierende Schäden verursacht, zitierte die Nachrichtenagentur IRNA den Sprecher der iranischen Atomenergie-Behörde. Die Entwicklung und Produktion von Zentrifugen - die zur Uran-Anreicherung benötigt werden - könne wegen des Vorfalls auf mittlere Sicht beeinträchtigt werden.

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