Mitglieder der syrischen Weißhelme bei einem Einsatz in Douma bei Damaskus | Bildquelle: AFP

Porträt Weißhelme Helfen, wo keiner mehr hingeht

Stand: 23.07.2018 08:12 Uhr

In einer ungewöhnlichen Rettungsaktion hat Israel syrische Weißhelme in Sicherheit gebracht. Die Aktion ist auch eine Anerkennung für Helfer, die unter Einsatz ihres Lebens versuchen, Leid zu mindern.

Von Björn Blaschke, ARD-Studio Kairo

Den Weißhelmen wurden viele Denkmäler gesetzt. Das bisher jüngste: ein nach ihnen benannter Dokumentarfilm, der vergangenes Jahr einen Oscar bekam. Der Film zeigt, was die Weißhelme in Syrien leisteten. Nach eigenen Angaben retteten sie bis heute 115.000 Menschen das Leben. Zahlen, hinter denen Schicksale stecken, wie das eines kleinen Jungen.

Weißhelme entdecken ihn 2016 nach einem Luftangriff unter den Trümmern eines Hauses. Erst sind nur seine Haare zu sehen; inmitten von Schutt und Staub. Männer mit weißen Helmen graben ihn mit bloßen Händen aus. "Schnell, ein Becher Wasser", ruft einer, der Junge, der vielleicht vier, fünf Jahre alt ist, nimmt einen Schluck. "Spuck, spuck", sagt ein Retter, "spuck den Staub aus!" "Hast du Schmerzen?", fragt ein anderer das Kind. "Nein", sagt der Junge leise.

Isreal rettet hunderte Helfer der Organisation "Weißhelme"
tagesschau 20:00 Uhr, 22.07.2018, Susanne Glass, ARD Tel Aviv

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Einsatz in belagerten Orten

Die Weißhelme sind dort im Syrienkrieg, wo kein anderer mehr hingeht, in umkämpften Gebieten, in belagerten Orten, dort, wo die Gesundheitsversorgung zusammengebrochen ist.

Ins Leben gerufen wird die Organisation, die auch als "Syrischer Zivilschutz" bekannt ist, von einem britischen Ex-Offizier. Seinem Ruf folgen 2013 Zivilisten, die zuvor überwiegend Handwerker waren, Lehrer, Einzelhändler. Kaum jemand hat eine medizinische Ausbildung.

Zunächst ist es eine kleine Gruppe wird, die schnell größer wird, bis die Weißhelme zu ihren Hochzeiten fast 3000 Männer und Frauen zählen mit 120 Stützpunkten in Syrien. Finanzielle Unterstützung erhalten sie aus Großbritannien, den USA, Kanada und auch Deutschland.

Das Regime spricht von Al-Kaida-Nähe

Ihr Einsatz in den Gebieten der Opposition und die Unterstützung derer, die als Feinde der Führung in Damaskus bezeichnet werden - es gibt viele Gründe, warum die Regierung von Machthaber Bashar al-Assad und dessen Verbündete den Weißhelmen vorwerfen, parteiisch zu sein. Ein verlängerter Arm des Westens, seien die Weißhelme. In manchen Filmberichten der Assad-Seite heißt es gar, die Weißhelme arbeiteten mit Al-Kaida-nahen Gruppen zusammen.

Al-Kaida-nahe oder nicht, Regime-Feind oder US-Freund: Mehr als 200 ihrer Helfer haben ihr Leben gelassen - als Weißhelme. Und für ihren Einsatz wurde ihnen 2016 der Alternative Nobelpreis zugesprochen.

Einsatz in Trümmern: Ein Porträt der Weißhelme
Björn Blaschke, ARD Kairo
23.07.2018 08:16 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 22. Juli 2018 um 20:00 Uhr.

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