Trockenheit in Israel | Bildquelle: AFP

Versorgungskrise Die Israelis brauchen mehr Wasser

Stand: 24.05.2018 12:37 Uhr

Lange schien es so, als hätte Israel das Problem im Griff - nun steht es wieder nicht gut um die Wasserversorgung in dem Land. Die staatliche Wasserbehörde setzt jetzt auf prominente Unterstützung.

Von Sabina Matthay, ARD-Studio Tel Aviv

Lange schien es, als seien die Zeiten vorbei, in denen Israelis jede Dusche auf zwei Minuten begrenzen mussten und den Rasen höchstens nachts wässern durften. Dank effizienterer Nutzung und der Erschließung neuer Ressourcen schien das Land dauerhaft gegen Wassermangel gefeit zu sein. Doch nun droht wieder eine Krise.

"Hinzu kommt der Klimawandel"

"Es ist heiß und es weht ein trockener Wüstenwind. Seit fünf Jahren herrscht Dürre, hinzu kommt der Klimawandel", sagte Yuval Steinitz, der israelische Energieminister, bei der Vorstellung von strategischen Maßnahmen, die Israels Wasserversorgung langfristig sicherstellen sollen.

Angesichts des Klimawandels könnte Dürre zur Norm werden, warnte auch Giora Shaham, der die israelische Wasserbehörde leitet: "Gut möglich, dass die Dürre noch weitere Jahre dauert. Wir müssen uns jedenfalls auf eine neue Lage einstellen. In manchen Landesteilen wird sogar schon mit Unterbrechungen der Wasserversorgung gerechnet."

Yuval Steinitz | Bildquelle: picture-alliance
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"Seit fünf Jahren herrscht Dürre, hinzu kommt der Klimawandel", so Yuval Steinitz, der israelische Energieminister.

Bar Refaeli als prominente Unterstützung

Aber nicht nur die lange Dürreperiode ist Schuld an der Wasserkrise: Der private Wasserverbrauch in Israel ist erheblich gestiegen, allein in den vergangenen zwei Jahren um zehn Prozent pro Haushalt. Zuviel, meint die Wasserbehörde und setzt auf prominente Unterstützung: "Ich bin wieder da", verkündet das Supermodel Bar Refaeli in einem Fernsehspot.

2009 hatte Refaeli schon einmal für einen sparsamen Umgang mit dem kostbaren Rohstoff geworben, die Israelis hörten offenbar auf sie, der Wasserverbrauch sank um fast 20 Prozent. Doch der Effekt ist verpufft, trotz heftiger Preiserhöhungen.

Bar Refaeli | Bildquelle: picture alliance / Britta Peders
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Supermodel Bar Refaeli wirbt für einen sparsamen Umgang mit dem kostbaren Rohstoff.

Wasserwirtschaft muss weiter ausgebaut werden

Wassersparen allein wird nicht helfen. Angesichts des israelischen Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstum muss die Wasserwirtschaft weiter ausgebaut werden. Bis 2040 könnten in Israel über elf Millionen Menschen leben, ein Drittel mehr als heute.

Schon jetzt kann nicht einmal mehr die Hälfte des Bedarfs aus Grundwasser und Regen gedeckt werden. Der neue Plan der israelischen Regierung, der die Wasserversorgung bis 2030 sichern soll, setzt auf Grundwasserbohrungen, Abwasserrecycling, Erneuerung des Leitungsnetzes und vor allem auf Meerwasserentsalzung. Langfristig ist dies wohl der einzige Weg, Israels Wasserversorgung nachhaltig zu sichern. Fünf Entsalzungsanlagen gibt es bereits, weitere sollen jetzt entstehen.

Bis dahin gilt Bar Refaelis Mahnung an ihre Landsleute: "Wir haben einfach kein Wasser mehr, das wir verschwenden können."

Wasserkrise in Israel
Sabina Matthay, ARD Tel Aviv
24.05.2018 10:56 Uhr

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Über dieses Thema berichtete MDR aktuell (Hörfunk) am 27. Mai 2018 um 07:17 Uhr, 11:17 Uhr und 15:17 Uhr.

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