Bar mit Fernseher in Diyarbakir | Bildquelle: AFP

TV-Duell in der Türkei Verbaler Kampf um Istanbul

Stand: 17.06.2019 08:41 Uhr

18 Tage war Ekrem Imamoglu Bürgermeister in Istanbul. Dann wurde die Wahl annulliert. Vor der Wiederholung lieferte er sich ein TV-Duell mit AKP-Kandidat Yildirim.

Von Karin Senz, ARD-Studio Istanbul

Weit nach Mitternacht stellen sich die beiden Kandidaten mit ihren Familien und dem Moderator noch zu einem Foto auf - zum Abschluss eines historischen und vor allem langen TV-Duells. In den drei Stunden wirkt der CHP-Kandidat Ekrem Imamoglu ungewöhnlich offensiv. Er wirft Binali Yildirim vor, zu AKP-Zeiten seien Steuergelder verschwendet worden. Außerdem sei das Land gespalten:

"Wenn ich über Armut in Istanbul rede und von Sozialhilfe (...) dann unterscheide ich doch nicht zwischen Kurden und Türken. Ich werde Bürgermeister aller 16 Millionen Bürger dieser Stadt sein. Die Spaltung der Gesellschaft ist nach Terrorismus das größte Übel in diesem Land."

TV-Schlagabtausch von Istanbuls Oberbürgermeisterkandidaten
tagesschau 12:00 Uhr, 17.06.2019, Natalie Amiri, ARD Istanbul

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"Einsprüche gehören zum Prozedere"

Yildirim, der AKP-Kandidat, scheint deutlich ruhiger. Bei einem Zuschauer in einem Café kommt das an: "Imamoglu drückt sich gut aus, aber Yildirims Glaubwürdigkeit ist höher", sagt er. Eine Frau sieht es genau andersherum: "Yildirim ist zu passiv. Als wäre er etwas angespannt und unsicher. Imamoglu wirkt sicherer."

Im TV-Studio will der Moderator wissen, ob Yildirim und seine Partei denn das zweite Wahlergebnis am kommenden Sonntag akzeptieren werden, egal wie es ausfällt: Man sei immer bereit, Wahlergebnisse anzuerkennen, sagte er. "Aber Einsprüche gehören ebenfalls zum Prozedere, genau wie die Stimmenabgabe, die Wahl selbst auch. Und vielleicht werden ja diesmal nicht wir, sondern Herr Imamoglu Einspruch erheben."

"Neuwahl ist Kampf um die Demokratie"

Yildirim scheint sich manchmal etwas schwer zu tun mit ungewohnt kritischen Fragen. Dann antwortet er schmallippig. Den Vorwurf, er dürfe erst jetzt selbst Wahlkampf betreiben, nachdem Präsident Recep Tayyip Erdogan die erste Runde dominiert habe, weist  er zurück: "Nein, bei mir hat sich gar nichts geändert. Was ich vorher getan habe, tue ich auch jetzt. Mir geht es um Istanbul."

Beide Kandidaten halten immer wieder Tafeln mit Statistiken in die Kamera, haben sich vorbereitet. Imamoglu wirkt aber deutlich emotionaler, kann seine Hände kaum ruhig halten. "Das ist nicht nur eine Kommunalwahl, ich bin ein gewählter Oberbürgermeister. Ein Bürgermeister, der seine Urkunde bekommen hat und 18 Tage lang im Amt war. Die Neuwahl ist ein Kampf um die Demokratie."

Oliver Mayer-Rüth, ARD Istanbul, zur Besonderheit des TV-Duells
tagesschau24 11:00 Uhr, 17.06.2019

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Die geschenkten zwei Sekunden

Bei dem verbalen Kampf im Fernsehen geraten die Kandidaten immer wieder aneinander, werfen sich gegenseitig Lügen vor. Yildirim verlangt von Imamoglu, er müsse sich dafür bei den Istanbulern entschuldigen.

Eigentlich ist der CHP-Kandidat bekannt dafür, bei seinen Wahlkampfauftritten den Gegner nicht direkt anzugreifen. Aber jetzt scheint er seine Chance nutzen zu wollen, wo er ihn vor sich hat. Und auch mit dem Moderator legt sich Imamoglu an, als es um das starre Zeitkorsett von drei Minuten pro Antwort geht. Die Uhr tickt immer sichtbar mit. Da zeigt Yildirim seine humorige Seite - er schenkt ihm zwei Sekunden von seiner Zeit.

Die Spannung löst sich in diesem Moment bei beiden Kandidaten. Zum Schluss entschuldigen sich sie sich sogar noch beieinander für etwaige Beleidigungen.

TV-Duell der Oberbürgermeister-Kandidaten Yildirim und Imamoglu
Karin Senz, ARD Istanbul
17.06.2019 06:48 Uhr

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Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 16. Juni 2019 um 22:45 Uhr.

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