Carola Rackete, Kapitänin der Sea-Watch 3, beim anlegen in Lampedusa. | Bildquelle: REUTERS

"Sea-Watch"-Kapitänin Gericht bestätigt Freilassung von Rackete

Stand: 17.01.2020 20:04 Uhr

Gute Nachrichten für "Sea-Watch"-Kapitänin Rackete und für die Seenotretter im Mittelmeer: Das Oberste Gericht in Italien wies den Einspruch der Staatsanwaltschaft gegen ihre im Juli erfolgte Freilassung ab.

Die deutschen "Sea-Watch"-Kapitänin Carola Rackete hat in ihrem Kampf gegen die italienische Justiz einen entscheidenden Erfolg errungen. Das Oberste Gericht in Rom wies den Einspruch der Staatsanwaltschaft gegen die im Juli vergangenen Jahres erfolgte Freilassung Racketes zurück. Rackete sprach von einem "wichtigen Urteil für alle Seenotretter". "Niemand sollte strafrechtlich dafür verfolgt werden, Menschen in Not geholfen zu haben", schrieb die Kapitänin auf Twitter.

Lampedusa trotz Verbots angesteuert

Rackete hatte im Juli vergangenen Jahres für Schlagzeilen gesorgt, als sie entgegen eines ausdrücklichen Verbots des italienischen Innenministers Matteo Salvini das Rettungsschiff "Sea Watch 3" mit 40 Flüchtlingen an Bord in den Hafen von Lampedusa in Italien steuerte und daraufhin festgenommen wurde.

Bei der Aktion stieß die ""Sea-Watch 3" gegen ein Schnellboot der italienischen Küstenwache, welches das Schiff am Anlegen hindern wollte. Wenige Tage nach der Aktion erklärte ein italienisches Gericht die Festnahme der deutschen Kapitänin für ungültig. Rackete begründete ihr Vorgehen mit der verzweifelten Lage der Menschen an Bord, nachdem sich über zwei Wochen lang kein Hafen zur Aufnahme des Schiffes und der Flüchtlinge bereiterklärt hatte.

Der damalige Innenminister Salvini warf ihr vor, die nationale Sicherheit Italiens zu bedrohen. Das heutige Urteil bezeichnete er als Schande. Bereits im Dezember war die im Juli erfolgte Beschlagnahmung der "Sea Watch 3" von der italienischen Justiz wieder aufgehoben worden.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 17. Januar 2020 um 16:43 Uhr.

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