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Ärmelkanal Streit um die Jakobsmuschel neu entfacht

Stand: 08.09.2018 01:10 Uhr

Es sah alles nach einer Annäherung im Jakobsmuschelstreit im Ärmelkanal aus - nun konnte doch keine Einigung zwischen den britischen und französischen Fischern erzielt werden.

In der Auseinandersetzung um den Fang von Jakobsmuscheln im Ärmelkanal haben sich britische und französische Fischer vorerst nicht einigen können. Ein Treffen beider Seiten in Paris war ohne Ergebnis geblieben. Die Forderungen der Briten seien "zu hoch" gewesen, sagte Pascal Coquet vom französischen Fischereiausschuss nach mehr als fünfstündigen Verhandlungen.

Die Diskussionen seien aber nicht abgebrochen, sagte der Direktor des französischen Fischerei-Komitees, Hubert Carré.

Zum Ende einer Debatte am Mittwoch in London hatten die Zeichen noch auf Entspannung gedeutet: Beide Seiten gaben bekannt, sich grundsätzlich geeinigt zu haben - Details müssten noch ausgearbeitet werden. Vertreter der Fischerei-Industrie in beiden Ländern erklärten, möglicherweise könne es eine dritte Gesprächsrunde in dem Streit geben.

Ein seit Jahren schwelender Konflikt

Französische und britische Fischer hatten sich in der vergangenen Woche im Ärmelkanal eine heftige Auseinandersetzung auf hoher See geliefert. Franzosen versuchten, die Konkurrenten aus Großbritannien davon abzuhalten, vor der Küste der Normandie Jakobsmuscheln zu fangen.

Grund für den seit Jahren schwelenden Konflikt ist, dass französische Fischer gesetzlich dazu verpflichtet sind, eine Schonzeit für Jakobsmuscheln zwischen Mai und Oktober einzuhalten. Für britische Fischer gilt dieses Verbot nicht. Sie pochen auf ihr Recht, vor der französischen Küste arbeiten zu dürfen.

Nach französischen Behördenangaben hatte es in früheren Jahren Vereinbarungen zwischen beiden Seiten gegeben.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 08. September 2018 um 04:00 Uhr.

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