Viele Menschen gedenken der gefallen Soldaten vor dem Yasukuni-Schrein in Tokio. | Bildquelle: REUTERS

Kriegsgedenken in Japan Minister pilgern zu umstrittenem Schrein

Stand: 15.08.2020 10:06 Uhr

Vor 75 Jahren erklärte Kaiser Hirohito die bedingungslose Kapitulation Japans. Daran erinnert das Land heute mit zahlreichen Zeremonien. Der amtierende Kaiser Naruhito bekundete seine Reue, während Minister der Regierung einen umstrittenen Schrein besuchten.

Japan hat zum 75. Jahrestag der Kapitulation des Landes im Zweiten Weltkrieg der etwa 3,1 Millionen Opfer gedacht. Kaiser Naruhito sprach bei einer zentralen Gedenkzeremonie in Tokio von "tiefer Reue". Gleichzeitig drückte er seine Hoffnung aus, dass es nie wieder Krieg geben werde. Der japanische Ministerpräsident Shinzo Abe sagte in einer Rede, sein Land werde nie vergessen, dass der Frieden und Wohlstand, den es heute genieße, auf den "ultimativen Opfern der Kriegstoten" beruhe. Auf die Rolle Japans im Zweiten Weltkrieg ging er wie auch in den Vorjahren nicht ein.

Premierminister Abe gedenkt japanischen Opfern des Zweiten Weltkriegs
tagesschau 17:00 Uhr, 15.08.2020, Uwe Schwering, ARD Tokio

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Opfergaben an umstrittenen Schrein

Abe und seine rechtskonservativen Regierung ist die nach dem Krieg ausgearbeitete pazifistische Verfassung schon lange ein Dorn im Auge. Er will das Recht auf Kriegsführung wieder einführen und vertritt die Ansicht, dass die Nachkriegsverfassung nicht der einer unabhängigen Nation entspreche, da sie Japan von der Besatzungsmacht USA aufgezwungen worden sei.

Der japanische Ministerpräsident Abe verbeugt sich bei einer Gedenkveranstaltung zur Kapitulation Japans vor 75 Jahren. | Bildquelle: AFP
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Japans Ministerpräsident Abe nahm nur an der offiziellen Gedenkveranstaltung in Tokio teil. Von einem persönlichen Besuch am Yasukuni-Schrein sah er aus Rücksicht auf China und Südkore aber ab.

Diese Haltung unterstrich die Regierung auch beim heutigen Gedenken noch einmal, als mehrere Minister den umstrittenen Yasukuni-Schrein in der Hauptstadt besuchten. Das Shinto-Heiligtum gilt für viele als Symbol des japanischen Militarismus. Dort wird mit einer Art Seelenregister der für das Kaiserreich gefallen Soldaten gedacht. Unter den Namen befinden sich auch 14 hingerichtete Kriegsverbrecher.

Abe selbst nahm aus Rücksicht auf China und Südkorea nicht teil, sandte aber eine Opfergaben. Der Ministerpräsident hatte den Schrein zuletzt im Dezember 2013 besucht und damit scharfe Kritik ausgelöst.

Über dieses Thema berichteten am 15. August 2020 tagesschau24 um 09:00 Uhr und die tagesschau um 09:50 Uhr.

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