Ausschreitungen Jerusalem

Nach Tod eines arabischen Busfahrers Neue Unruhen in Ostjerusalem

Stand: 17.11.2014 18:19 Uhr

Der mutmaßliche Selbstmord eines palästinensischen Busfahrers hat in Jerusalem zu neuen Unruhen geführt: Im arabischen Ostteil der Stadt kam es zu Ausschreitungen zwischen Palästinensern und israelischen Sicherheitskräften. In mehreren palästinensischen Vororten Jerusalems traten Händler in den Streik.

Obduktion soll Hergang klären

Der 32-jährige Familienvater war am späten Sonntagabend erhängt in seinem Bus aufgefunden worden. Während die israelische Polizei von einem Selbstmord sprach, weil keine weitere Gewalteinwirkung feststellbar war, warf die Familie des Verstorbenen radikalen Juden vor, den Mann ermordet zu haben. Der Bruder des Toten erklärte, er habe die Leiche gesehen und sie habe Spuren aufgewiesen, die daraufhin schließen ließen, dass er verprügelt worden sei. Inzwischen wurde in Absprache mit der Familie eine Obduktion der Leiche veranlasst, um die Vorwürfe zu klären.

Israel zerstört Häuser mutmaßlicher Angreifer

In den vergangenen Wochen ist es vor allem in Jerusalem immer wieder zu gewaltsamen Zusammenstößen zwischen Palästinensern und Israelis gekommen. Grund sind Spannungen um den Tempelberg, der Juden und Muslimen heilig ist. Israel kündigte als Reaktion auf die Attacken an, die Häuser der mutmaßlichen Angreifer zu zerstören. Die Familien seien informiert und hätten jetzt 48 Stunden Zeit, Einspruch gegen die Zerstörung einzureichen. Wenn sie das nicht tun oder ihre Anträge abgelehnt werden, sollen die Häuser unverzüglich zerstört werden.

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