Die vier verbliebenen Kandidaten der Tories | Bildquelle: AFP

Noch vier Kandidaten für May-Nachfolge Alles spricht für Johnson

Stand: 19.06.2019 20:12 Uhr

Vier Kandidaten sind noch im Rennen um die May-Nachfolge - allen voran Ex-Außenminister Johnson. Immer klarer wird seine Favoritenrolle. Ausgeschieden ist dagegen ein Geheimfavorit.

Nächste Wahlrunde bei den Tories, nächster Sieg für Boris Johnson. 143 der 313 Stimmen der Tory-Abgeordneten entfielen auf den ehemaligen britischen Außenminister.

Ausgeschieden im Rennen um die Nachfolge von Premierministerin Theresa May ist Rory Stewart. Der Entwicklungsminister galt zuletzt als Geheimfavorit. Für Stewart stimmten 27 Abgeordnete. In der jüngsten TV-Debatte enttäuschte er jedoch die Hoffnungen seiner Anhänger mit einem schwachen Auftritt.

Weiter sind dagegen Außenminister Jeremy Hunt (54 Stimmen), Umweltminister Michael Gove (51 Stimmen) und Innenminister Sajid Javid (38 Stimmen). In weiteren Wahlgängen am Donnerstag wird die Zahl auf zwei Kandidaten reduziert. Nach derzeitigem Stand wird dabei ein Gegner für Johnson gesucht.

Der Favorit der Partei

Johnson, einer der Wortführer für den Brexit vor der Volksabstimmung im Jahr 2016, ist laut Umfragen unangefochtener Spitzenreiter in der Gunst der Parteibasis. Viele trauen ihm zu, enttäuschte Brexit-Wähler zurückzugewinnen, die sich von den Tories abgewendet haben. Die Unterstützung der Partei ist für die Kür der May-Nachfolge wichtig, denn das letzte Wort haben die etwa 160.000 Tory-Mitglieder - sie entscheiden in einer Stichwahl.

Johnson, der am Mittwoch 55 Jahre alt wurde, ist alles andere als ein geborener Diplomat. Die Liste seiner Fehltritte ist lang. Dabei ist nicht immer klar, ob er absichtlich Porzellan zerschlägt oder aus Ignoranz.

Der neue Vorsitzende soll bis Ende Juli gekürt sein, er wird auch neuer Regierungschef. Premierministerin May war als Parteichefin zurückgetreten, nachdem sie in ihrer Partei über Monate keinen ausreichenden Rückhalt für ihren Brexit-Kurs erhalten hatte. Bis ihr Nachfolger feststeht, bleibt sie als Regierungschefin im Amt.

Boris Johnson | Bildquelle: REUTERS
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Da möchte er gerne rein: Boris Johnson vor dem Amtssitz des britischen Premierministers.

Traut sich Johnson den No-Deal zu?

Johnson hat angekündigt, im Fall seiner Wahl das Brexit-Abkommen nachverhandeln zu wollen. Die EU lehnt das bisher kategorisch ab. Einziger Ausweg, um den EU-Austritt zum 31. Oktober trotzdem rechtzeitig zu vollziehen, wäre ein No-Deal-Brexit, auf den viele Johnson-Unterstützer hoffen. Auf die Frage, ob er einen Austritt am 31. Oktober garantieren könne, antwortete Johnson in einer TV-Debatte ausweichend.

Über dieses Thema berichtete B5 aktuell am 19. Juni 2019 um 20:15 Uhr in den Nachrichten.

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