60 Jahre Nasa | Bildquelle: dpa

60 Jahre NASA Zwischen Mondlandung und Alltagshilfe

Stand: 01.10.2018 09:12 Uhr

Alles begann als verzweifelter Versuch der USA, die Sowjetunion in der Weltraumforschung einzuholen. Doch dann glückte der NASA die Mondlandung. Zum 60. Jubiläum gibt es ein neues Ziel: den Mars.

Von Arthur Landwehr, ARD-Studio Washington

Den 60. Geburtstag zu feiern, ist auch für die NASA ein Anlass, sich ihrer Ziele für die nächsten Jahre zu versichern. Was ist ihre Aufgabe in einer Welt, in der ihre frühere Grundlagenforschung längst zum kommerziellen Alltag geworden ist? "Die Ausbreitung der Menschheit im gesamten Sonnensystem und neues Wissen, neue Möglichkeiten auf die Erde zurückzubringen", sagt NASA-Chef Jim Breidenstein.

Am 1. Oktober 1958 begann die Arbeit dieser bewusst auf zivile Weltraumforschung ausgerichteten Regierungsagentur. Ein fast verzweifelter Versuch Eisenhowers, den Vorsprung der Sowjetunion in der Weltraumforschung wieder aufzuholen.

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60 Jahre NASA - die Geschichte der US-Raumfahrt

60 Jahre Nasa:

Am 29. Juli 1958 unterzeichnete US-Präsident Eisenhower (mitte) das "National Aeronautics and Space"-Gesetz und gründete damit die NASA. Er hatte entschieden, dass das zivile Raumfahrtprogramm der USA durch eine Raumfahrtorganisation durchgeführt werden soll. Er trieb die Gründung voran, da es der Sowjetunion bereits ein Jahr zuvor gelungen war, den Satelliten "Sputnik I" ins Weltall zu bringen. Am 1. Oktober 1958 nahm die NASA unter dem Chef Keith Glennan (rechts) ihre Arbeit auf. | Bildquelle: NASA

Astronauten wurden Helden

Den wirklichen Schub gab dann drei Jahre später dessen Nachfolger John F. Kennedy mit dem Mondprogramm: Bis zum Ende des Jahrzehnts einen Mann auf den Mond und sicher zurückbringen - das war etwas, was die ganze Nation elektrisierte und sie auf ein gemeinsames Ziel einschwor.

Die Folgen: ein Boom der Naturwissenschaften und Jugendliche, die alles daran setzten, Ingenieure zu werden. Astronauten wurden die Helden und Vorbilder einer ganzen Generation. Der Höhepunkt war die Mondlandung 1969. Der brachte aber auch die Erfahrung mit sich, dass das Interesse der Öffentlichkeit und damit die politische Unterstützung schlagartig nachlässt, wenn die Erregung des Neuen in Alltag übergeht.

Praktische Alltagshilfen

Das aber war immer auch die Aufgabe der NASA und ist es noch heute: Grundlagenforschung in praktische Anwendung zu überführen. Dass wir über Satellit fernsehen, unsere Autos mit Navis ausgestattet sind oder wir verlässliche Wetterberichte haben, ist ein winziger Ausschnitt dessen, was die NASA geschaffen hat.

Für die Zukunft hat Breidenstein neue Ziele vor Augen: "Die NASA wird die privat-öffentliche Partnerschaft ausweiten, um Technologien zu entwickeln, die neue kommerzielle, weltraumgestützte Produkte und Dienstleistungen möglich machen."

Schneebedeckte Hügel auf dem Mars, durchzogen von tiefen Gräben | Bildquelle: dpa
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Donald Trump möchte in der Weltraumforschung das fortführen, was sein Vorgänger Obama begonnen hat: die Mission Mars.

Die 60-jährige Geschichte der NASA gleicht einer Sinuskurve mit ihren Höhen und Tiefen gleicht. Die Mondlandung ist nicht der einige große Erfolg. Dazu gehören auch: das Verlassen des Sonnensystems, Forschungsreisen unbemannter Raumschiffe, mit denen unser Wissen über die Planeten oder die Sonne gesammelt wurde. Zudem die wunderschönen Bilder ferner Galaxien, die das Hubble-Space-Teleskop liefert. Und da sind die Niederlagen und Katastrophen: zwei abgestürzte Shuttles, die getöteten Astronauten der Apollo 1, Marssonden, die ihr Ziel verfehlten oder zerschellten. Über allem schwebt das Bekenntnis John F. Kennedys: "Wir fliegen nicht zum Mond und unternehmen all das andere, weil es leicht ist. Nein, weil es schwierig ist." 

Nächste Mission: der Mars

Immer wieder haben Präsidenten versucht daran anzuknüpfen, der NASA einen inspirierenden Auftrag zu geben, so auch Präsident Donald Trump mit einem neuen Mondprogramm. "Diesmal setzen wir nicht nur unsere Flagge und lassen einen Fußabdruck zurück. Diesmal bauen wir eine Basis für eine spätere Missionen zum Mars", sagte er vor Wochen. 

Das ist es, was das nächste NASA-Jahrzehnt in der öffentlichen Wirkung prägen soll. Kommerziellen Partner sollen von Anfang an eingebunden sein. Das ändert nichts daran, dass die eigentliche Wirkung der NASA auch in Zukunft sein wird, Grundlagenforschung im All zu betreiben und dabei zu helfen, einige unserer Probleme zu lösen - nicht zuletzt, indem sie den Klimawandel erforscht.

60 Jahre NASA
Arthur Landwehr, ARD Washington
01.10.2018 08:16 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 01. Oktober 2018 um 07:38 Uhr.

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