Die US-Senatorin und designierte demokratische Vize-Präsidentschaftskandidatin Kamala Harris. | Bildquelle: dpa

US-Demokratin Harris Eine historische Wahl

Stand: 12.08.2020 03:59 Uhr

Der designierte Präsidentschaftskandidat der US-Demokraten, Biden, zieht zusammen mit der Senatorin Harris in den Wahlkampf. Sie wäre die erste Schwarze und die erste Frau als Vize im Weißen Haus.

Von Torsten Teichmann, ARD-Studio Washington

US-Senatorin Kamala Harris hat Ex-Vizepräsident Joe Biden nichts geschenkt. Vor einem Jahr kritisierte sie, Biden habe sich in den 1970er-Jahren dagegen ausgesprochen, Kinder mit Bussen über Schulbezirke und Kindergärten zu verteilen. Das sogenannte "Bussing" sollte die Rassentrennung auch im Alltag der USA beseitigen.

"Es gab dieses kleine Mädchen in Kalifornien, sie war Teil des zweiten Jahrgangs, in dem Weiße und Schwarze gemeinsam lernen sollten. Sie wurde mit dem Bus jeden Tag in eine Schule gebracht."

Und das kleine Mädchen war ich, sagte Harris in der Fernsehdebatte, und Biden hatte anschließend Schwierigkeiten, darauf zu reagieren. Damals bemühte sich die Senatorin auch um die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten. Sie setze ihre Kampagne später aus.

Von Gegnern zu Verbündeten

In der Late Night Show von Steven Colbert musste Harris vor ein paar Wochen erklären, warum sie und Biden trotzdem gut miteinander auskommen.

"Das war eine Debatte. Eine Debatte über unterschiedliche Meinungen zu Themen. Ich unterstützte Joe Biden mehr als 100 Prozent, und ich werde alles tun, damit Joe Biden gewählt wird."

Die 55-jährige bekommt jetzt eine Chance, ihr Versprechen umzusetzen: Joe Biden hat Kamala Harris als Kandidatin für das Amt der Vizepräsidentin vorgeschlagen.

Biden erreicht zwei Ziele

Die politische Analystin Amy Walter sagte im Fernsehsender Fox News, Biden erreiche mit seiner Entscheidung gleich zwei Ziele.

"Zum einen ist es historisch, denn er schlägt zum ersten Mal eine schwarze Amerikanerin und eine Frau mit teils indischen Wurzeln vor. Zum anderen geht er auf Nummer sicher."

Denn die US-Senatorin hat Erfahrung, hat Wahlen gewonnen und kennt den politischen Betrieb in Washington.

Harris kann Biden helfen 

Kamala Harris wurde 1964 in Oakland in Kalifornien geboren. Ihre Mutter, eine Bürgerrechtlerin und Krebsforscherin, war 1960 aus Indien in die USA eingewandert. Ihr Vater, ein Wirtschaftsprofessor, stammt aus Jamaica. Die Familie war Mitglied einer Baptistengemeinde und des lokalen Hindutempels.

US-Präsidentschaftsrennen: Joe Biden wählt Kamala Harris
tagesschau 12:00 Uhr, 12.08.2020, Claudia Drexel, NDR

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Das könnte wichtig sein bei der kommenden Wahl: Die US-Demokraten müssen alle Teile der amerikanischen Bevölkerung ansprechen, wenn sie gegen Präsident Trump gewinnen wollen.

Senatorin nannte Trump wiederholt einen "Rassisten"

An Stellen an denen Biden hölzern wirkt, kommt Harris meist herzlich rüber. Sie verfolgt demokratische Anliegen: So hatte sie als Senatorin für die Amtsenthebung von Präsident Trump gestimmt. Und sie scheut sich nicht, hält den Präsidenten für einen Rassisten:

"Wenn sie damit meinen, dass er afrikanische Länder Dreckslöcher nennt, wenn sie damit meinen, dass er Einwanderer als Vergewaltiger und Mörder bezeichnet, dann denke ich, kann man keinen anderen Schluss ziehen."

Trump hatte Harris für eine Kandidatur in Kalifornien früher einmal 6000 Dollar gespendet. Jetzt reagierte der Präsident, so wie er seit Beginn seiner Präsidentschaft auf politische Gegnerinnen reagiert. Er schmähte die Senatorin als "nasty", also als fies:

"Ich verfolge sie seit langem, und war überrascht. Sie war außergewöhnlich fies bei der Anhörung von Brett Kavanaugh. Sie war fies bis zu einer Ebene … Es war einfach eine schreckliche Sache, die Art, wie sie den jetzigen Verfassungsrichter behandelt hat. Das werde ich nicht so schnell vergessen."

Zeit als Bezirksstaatsanwältin unter der Lupe

Aus Sicht linker US-Demokraten ist der größte Ballast, den Kamala Harris mitbringt, ihre Zeit als Bezirksstaatsanwältin in San Francisco. Damals rühmte sie sich mit der Zahl steigender Anklagen und Verurteilungen. Auf Fox News empfiehlt der frühere US-Bildungsminister Bill Bennet den Republikanern, genau an der Stelle anzusetzen.

"Sie wird für ihre Unterstützung der Polizei von linken Demokraten kritisiert. Biden steht in der Kritik, weil er die Strafverfolgungsbehörden unterstützt. Das wird interessant."

Aber auch das Alter spielte eine Rolle, als die Wahl auf Harris fiel. Das hatte der 77-jährige Biden bei anderer Gelegenheit auf CNN schon einmal eingeräumt. Er müsse jemanden aussuchen, der - sollte ihm irgendetwas passieren - ab dem ersten Tag auch das Amt des Präsidenten der Vereinigten Staaten übernehmen könne. Auch deshalb gilt Bidens Entscheidung für Harris in den USA als historisch.

US-Präsidentschaftskandidatur: Joe Biden nominiert Kamala Harris zur Vizepräsidentin
Torsten Teichmann, ARD Washington
12.08.2020 10:57 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 12. August 2020 um 02:25 Uhr.

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