Ein Wasserhahn in Kapstadt | Bildquelle: AP

Wasserknappheit Ein paar Liter mehr für Kapstadt

Stand: 19.03.2019 04:58 Uhr

Kapstadt lockert seine strengen Wasser-Gesetze: Statt 50 Liter dürfen die Bürger ab heute 70 Liter pro Tag verbrauchen. Anfang des Jahres hatte die südafrikanische Metropole den Wasser-Notstand ausgerufen.

Nach der heftigen Dürre entspannt sich die Wassersituation in der südafrikanischen Metropole Kapstadt weiter. Ab heute dürfen die rund drei Millionen Bewohner 70 statt wie bisher 50 Liter Wasser aus dem öffentlichen System abzapfen. Zum Vergleich: In Deutschland liegt der tägliche Wasserkonsum bei 121 Litern pro Kopf.

Die Situation habe sich glücklicherweise verbessert, teilte die Stadt auf Twitter mit. Inzwischen sind die Staudämme, aus denen die Stadt mit Wasser versorgt wird, wieder zu 75 Prozent gefüllt. Trotz der Entspannung bleiben einige Einschränkungen: So dürfen etwa Swimmingpools weiter nicht befüllt werden. Auch das Waschen von Autos oder das Gießen mit Wasser aus der Leitung bleibt bis auf weiteres verboten.

"Dürren sind Teil unseres Alltags"

Durch eine Jahrhundertdürre im vergangenen Jahr hatte es lange so ausgesehen, als werde Kapstadt die erste Millionenstadt der Welt, in der die Wasserversorgung eingestellt werden muss. Drei Jahre in Folge war der Winterregen zuletzt unter Durchschnitt gefallen. Die schlimmste Trockenphase seit über 110 Jahren hatte die Regierung gezwungen, den Notstand auszurufen.

Bewohner von Kapstadt füllen im Januar 2018 Wasser in Kanister. | Bildquelle: NIC BOTHMA/EPA-EFE/REX/Shutterst
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Im Januar war die Sorge noch groß: Vorsorglich füllten Bewohner von Kapstadt Kanister mit Wasser.

Für Schlagzeilen sorgte im vergangenen Jahr Kapstadts Bürgermeisterin De Lille, als sie mit Glaubensführern aller Religionen am Tafelberg für Regen betete. Inzwischen regnet es wieder wie gewohnt: "Vor dem Hintergrund ist es vernünftig, die Beschränkungen zu überdenken", sagt Christine Colvin, Wasserbeauftragte des WWF Südafrika. Zugleich aber warnt die Expertin: "Wir müssen uns vor Augen halten, dass Dürren Teil unseres neuen Alltags sind. Die Gefahr bleibt und wir müssen uns auf das nächste Mal vorbereiten."

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 12. September 2018 um 07:50 Uhr.

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