Ein Demonstrant steht vor einer brennenden Barrikade in Barcelona. | Bildquelle: dpa

Proteste gegen Urteil Weitere Krawallnacht in Katalonien

Stand: 18.10.2019 09:22 Uhr

Bei den Protesten gegen das Gerichtsurteil für katalanische Separatistenführer hat es erneut schwere Ausschreitungen gegeben - allen Aufrufe zum Gewaltverzicht zum Trotz. Am Morgen begann ein Generalstreik.

Die Proteste in Katalonien gegen die Verurteilung von neun Separatistenführern zu langjährigen Haftstrafen reißen nicht ab. Am Abend setzten Anhänger der Unabhängigkeitsbewegung im Zentrum der katalanischen Hauptstadt Barcelona erneut unter anderem Müllcontainer sowie Tische und Stühle von Straßencafés in Brand. Vereinzelt kam es zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei. Die Beamten wurden mit Steinen und Böllern beworfen, wie spanische Medien berichteten.

Verhindern konnte die Polizei Zusammenstöße zwischen den Separatisten, die nach Unabhängigkeit für die wirtschaftlich starke Region im Nordosten Spaniens streben, und Rechtsradikalen, die eine Gegenkundgebung veranstalteten. Nach Schätzungen des spanischen Fernsehens waren auch nach Mitternacht in Barcelona noch viele Tausend Unabhängigkeitsbefürworter unterwegs. Demonstrationen gab es am Donnerstag auch in anderen katalanischen Städten, darunter in Girona und Lleida.

Katalonien: Vierte Nacht der Proteste gegen Urteile für Separatistenführer
tagesschau 08:00 Uhr, 18.10.2019

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"Das muss sofort aufhören"

Es war bereits die vierte Nacht in Serie mit Straßenprotesten und Ausschreitungen, nachdem das Oberste Gericht in Madrid am Montag neun Separatistenführer zu Haftstrafen von bis zu 13 Jahren verurteilt hatte. Neben friedlichen Kundgebungen Tausender Unterstützer einer Abspaltung der Region kam es auch immer wieder zu Krawallen mit Dutzenden Verletzten und Festnahmen. Am Morgen begann ein Generalstreik, zu dem katalanische Gewerkschaften aufgerufen hatten.

Der separatistische Regionalpräsident Quim Torra hatte die Gewalt in der Nacht zum Donnerstag erstmals kritisiert. "Das muss sofort aufhören. Es gibt weder einen Grund oder eine Rechtfertigung dafür, Autos in Brand zu stecken, noch für andere vandalische Aktionen", sagte er in einer vom Fernsehen übertragenen Erklärung.

Die sozialistische Zentralregierung von Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez wies die Forderungen konservativer Kräfte zurück, Katalonien erneut unter Zwangsverwaltung zu stellen, wie es schon nach dem Unabhängigkeitsreferendum vom Herbst 2017 geschehen war.

Katalonien: Generalstreik hat begonnen
Marc Dugge, ARD Madrid
18.10.2019 11:22 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 18. Oktober 2019 um 08:00 Uhr.

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