Brett Kavanaugh | Bildquelle: AP

Vorwurf der sexuellen Belästigung Holt Kavanaugh seine Vergangenheit ein?

Stand: 17.09.2018 05:31 Uhr

Die Ereignisse sollen Jahrzehnte zurückliegen, doch nun könnten sie Brett Kavanaugh einholen. Eine Frau beschuldigt den Supreme-Court-Kandidaten, sie nach einer Party sexuell belästigt zu haben.

Von Torsten Teichmann, ARD-Studio Washington

Christine Blasey Ford ist Professorin an der Universität Paolo Alto. Sie unterrichtet Studenten in medizinischer Psychologie. In einem Gespräch mit der "Washington Post" erklärte die Professorin am Wochenende, dass sie es ist, die Richter Brett Kavanaugh vorwirft, sie in der Schulzeit sexuell belästigt zu haben. 

Als die Anschuldigung am Freitag zunächst ohne Namen des mutmaßlichen Opfers bekannt geworden war, erklärte Kavanaugh schriftlich, er weise den Vorwurf kategorisch und unmissverständlich zurück. Er habe so etwas nicht getan - nicht während seiner High-School-Zeit und auch sonst nicht.

"Ich dachte, er könnte mich versehentlich umbringen"

Kavanaugh ist von US-Präsident Donald Trump als Richter für den Obersten Gerichtshof vorgeschlagen worden. Ford wirft ihm vor, sie bei einer Teenager-Party in den frühen 1980er-Jahren in ein Schlafzimmer gedrängt zu haben. Kavanaugh, damals selbst Schüler, sei betrunken gewesen.

Er habe sie aufs Bett gedrückt, sie begrabscht und schließlich versucht, ihren Badeanzug herunterzuziehen. Als sie schreien wollte, habe er ihr den Mund zugehalten. "Ich habe gedacht, er könnte mich versehentlich umbringen", zitiert die "Washington Post" die heute 51-Jährige.

 Abstimmung verschieben?

Die US-Demokraten verlangen wegen der Vorwürfe, eine Abstimmung im Justizausschuss über Kavanaughs Berufung an das Oberste Gericht zu verschieben. Sie stellten seine Eignung bisher vor allem aus politischen Gründen in Frage. Sie werfen dem Juristen vor, er wolle wichtige Urteile wie das zum Thema Abtreibung rückgängig machen. Vieles hängt vom Mehrheitsführer im Senat, Mitch McConell, ab. Sollte er Zweifel haben und die Abstimmung in dieser Woche verlegen, würde das bereits als Niederlage für die Republikaner gelten, wenige Wochen vor den Kongresswahlen. So denkt das politische Washington.

Wie es Ford damit geht, dass sie ihren Namen nun doch öffentlich machen musste, spielt bei der Kalkulationen von Mehrheiten offenbar keine Rolle.

Richter Kavanaugh - Professorin erklärt, dass sie Kandidaten belastet
Torsten Teichmann, ARD Washington
17.09.2018 07:05 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 17. September 2018 um 04:00 Uhr.

Darstellung: