Brett Kavanaugh | Bildquelle: AP

Belästigungsvorwürfe Weitere Frau beschuldigt Kavanaugh

Stand: 26.09.2018 20:22 Uhr

Neue Vorwürfe gegen Trumps Kandidaten für das oberste Gericht des Landes: Eine dritte Frau wirft Kavanaugh sexuelle Belästigung vor - und das kurz vor der Anhörung im Justizausschuss.

Der Supreme-Court-Kandidat Brett Kavanaugh wird mit neuen Anschuldigungen aus der Vergangenheit konfrontiert. Eine Frau aus Washington, Julie Swetnick, ließ über ihren Anwalt eine Erklärung veröffentlichen, in der sie Kavanaugh vorwirft, er habe in den 1980er-Jahren bei diversen Partys in angetrunkenem Zustand junge Frauen sexuell belästigt.

Kavanaugh habe Frauen begrabscht und anzügliche Kommentare gemacht. Er habe gemeinsam mit anderen versucht, Frauen mit gepanschten Drinks abzufüllen, um sie willenlos zu machen. Diese Frauen seien danach in angrenzenden Zimmern missbraucht worden.

Julie Swetnick | Bildquelle: AP
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Julie Swetnick beschuldigt Kavanaugh, er habe in den 1980er-Jahren junge Frauen sexuell belästigt.

Rolle Kavanaughs unklar

Swetnick schreibt, sie selbst sei damals bei einer solchen Party Opfer einer Vergewaltigung geworden. Bei jener Party sei auch Kavanaugh anwesend gewesen. Swetnick sagt, sie könne weitere Zeugen benennen, die diese Geschehnisse bestätigen könnten.

Welche Rolle Kavanaugh bei diesen Vorgängen genau gespielt haben soll, blieb in der Erklärung allerdings unklar.

Nach eigenen Angaben hat Swetnick selbst für verschiedene Ministerien in Washington gearbeitet und daher zahlreiche Sicherheitsüberprüfungen durchlaufen.

Anhörung Kavanaughs und Fords

Es ist nicht der erste Fall: Eine andere Frau, Christine Blasey Ford, beschuldigt Kavanaugh, er habe Anfang der 1980er-Jahre versucht, sie am Rande einer Schülerparty zu vergewaltigen. Kavanaugh weist das vehement zurück.

Eine weitere Frau wirft Kavanaugh vor, er habe sie Anfang der 1980er-Jahre bei einer Studentenparty sexuell belästigt. Auch das bestreitet der Richter, der auf Vorschlag von US-Präsident Donald Trump ans höchste US-Gericht aufrücken soll.

Die neuen Anschuldigungen kommen zu einem brisanten Zeitpunkt. Morgen sollen Ford und Kavanaugh zu den Anschuldigungen vor dem Justizausschuss des Senats aussagen.

Swetnicks Anwalt ist kein Unbekannter: Michael Avenatti vertritt auch die Porno-Darstellerin Stormy Daniels, die mit bürgerlichem Namen Stephanie Clifford heißt und behauptet, 2006 mit Donald Trump Sex gehabt zu haben. Clifford liefert sich heftige juristische Kämpfe mit dem Präsidenten in dieser Frage. Trump bestreitet die Affäre.

Trump nannte ihn nach den neuen Anschuldigungen gegen Kavanaugh einen "drittklassigen Anwalt". Kavanaugh selbst weist auch die neuesten Anschuldigungen zurück und bezeichnete sie als lächerlich.

Erbitterte Auseinandersetzung

In einem Schreiben, über das mehrere US-Medien berichteten, forderten die demokratischen Ausschussmitglieder Trump, auf, angesichts der neuen Vorwürfe sofort eine Untersuchung der Anschuldigungen durch die Bundespolizei FBI in Gang zu setzen oder Kavanaughs Nominierung zurückzuziehen.

Die Personalie ist Gegenstand einer erbitterten parteipolitischen Auseinandersetzung. Die Demokraten haben große Vorbehalte gegen den erzkonservativen Richter und sehen eine Chance, dessen Bestätigung hinauszuzögern, bis sich nach der Zwischenwahl am 6. November möglicherweise die Mehrheitsverhältnisse im Senat ändern und die Berufung verhindert werden könnte.

Kavanaugh und seine Anklägerin sagen aus
Martin Ganslmeier, ARD Washington
27.09.2018 07:21 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 26. September 2018 um 19:00 Uhr.

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