Protest vor dem Supreme Court | Bildquelle: AFP

Reaktionen Emotionale Debatte

Stand: 07.10.2018 04:36 Uhr

Proteste vor dem Kapitol und dem Obersten Gerichtshof, Kritik von den Demokraten, Lob von den Republikanern: Die Wahl Kavanaughs hat auch am Tag der Abstimmung Politik und Gesellschaft gespalten.

Bis zuletzt haben sich Kritiker und Befürworter Brett Kavanaughs erbitterte verbale Auseindersetzungen geliefert. Als die Abstimmung begann, kamen Proteste von der Galerie. "Ich stimme nicht zu", riefen einige. Als der Republikaner Jeff Flake, der lange gezögert hatte, seine Stimme für Kavanaugh abgab, rief jemand: "Du bist ein Feigling, Flake. Ein totaler Feigling." Vizepräsident Mike Pence, der die Sitzung leitete, rief mehrfach nach dem Ordnungsbeamten.

Minderheitsführer Chuck Schumer von den Demokraten sprach vor der Abstimmung von einem der traurigsten Momente in der Geschichte des Landes. Kavanaugh sei äußerst parteiisch und habe sich mit seiner Aussage vor dem Justizausschuss des Senats selbst disqualifiziert. Mit Blick auf die Kongresswahlen im November sagte er: "Veränderung muss von dort kommen, woher sie in Amerika immer kommt: von der Wahlurne."

Chuck Schumer spricht zu Pressevertretern. | Bildquelle: SHAWN THEW/EPA-EFE/REX/Shutterst
galerie

Minderheitsführer Charles Schumer: "Einer der traurigsten Momente der Geschichte."

"Einer der Besten des Landes"

Kritisch äußerte sich auch der republikanische Gouverneur von Ohio und frühere Präsidentschaftswerber John Kasich: "Amerika mag vielleicht ein neues Mitglied am Supreme Court bekommen haben, aber während des vergifteten Prozesses ist ein Teil der Seele unserer Nation verloren gegangen."

Mitch McConnell spricht zu Pressevertretern | Bildquelle: ERIK S LESSER/EPA-EFE/REX/Shutte
galerie

Senatsmehrheitsführer Mitch McConnell: Lob für Kavanaugh

Senatsmehrheitsführer Mitch McConnell pries Kavanaugh hingegen als einen der Besten des Landes. Er verdiene es unzweifelhaft, bestätigt zu werden.

McConnell nannte den Protest gegen Kavanaugh einen Angriff des Pöbels. "Wir sind für die Unschuldsvermutung eingetreten. Wir ließen uns nicht einschüchtern vom Pöbel, der Mitgliedern der Republikaner daheim und im Senat nachgestellt hat", sagte er. "Ich könnte nicht stolzer sein auf die Fraktion."

Und auch vor dem Kapitol und dem Obersten Gerichtshof wurde es emotional. Hunderte Menschen demonstrierten gegen Kavanaugh. Mehr als 160 Demonstranten wurden festgenommen.

Mit Informationen von Torsten Teichmann, ARD-Studio Washington

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 07. Oktober 2018 um 05:12 Uhr.

Darstellung: