Brett Kavanaugh im Capitol Hill in Washington. | Bildquelle: REUTERS

US-Demokraten Zweifel an Kavanaughs Glaubwürdigkeit

Stand: 02.10.2018 21:32 Uhr

Nach den ausgeweiteten FBI-Ermittlungen wird der Druck auf Kavanaugh stetig größer. Sollte er vor dem Senat gelogen haben, sei dies inakzeptabel, sagte Trump. Er ergänzte, dass es für Männer beängstigende Zeiten seien.

Das Weiße Haus hat den Umfang der FBI-Ermittlung zu Vorwürfen sexueller Nötigung gegen Brett Kavanaugh ausgeweitet. Bundespolizisten befragten am Montag Kavanaughs Schulfreund Mark Judge. Nach Aussage von Christine Blasey Ford war Judge im selben Raum, als Kavanaugh in den 1980er-Jahren versucht habe, sie zu vergewaltigen. Judges Anwältin Barbara Van Gelder bestätigte die Befragung ihres Mandanten, wollte aber keine Details nennen. Die Befragung sei abgeschlossen, teilte sie lediglich mit.

Das Weiße Haus gab mit der Erweiterung des Hintergrund-Checks enormem öffentlichen Druck nach, den Kavanaugh selbst mit seinem unwirschen und emotionalen Auftritt vor dem Justizausschuss des Senats - direkt nach der Anhörung Fords - heraufbeschworen hatte.

"Einseitige Tirade"

Der Minderheitsführer der Demokraten im Senat, Chuck Schumer, zweifelte die Glaubwürdigkeit Kavanaughs an. "Tatsache ist, wir haben zunehmende Hinweise, dass Richter Kavanaugh einfach nicht glaubwürdig ist", sagte Schumer. Der Demokrat forderte außerdem von den FBI-Ermittlern, dass sie mindestens 24 Stunden vor der Abstimmung über Kavanaughs Berufung die Senatoren über ihre Ermittlungsergebnisse informieren sollten.

Senatsmehrheitsführer Mitch McConnell warf den Demokraten vor, sie wollten einfach nur die Abstimmung hinauszögern - im November werden Repräsentantenhaus und ein Drittel der Senatoren gewählt. Die Abstimmung werde diese Woche beginnen, sagte der Republikaner. Fünf Senatoren - drei Republikaner und zwei Demokraten - gelten als unentschieden. Die Republikaner stellen 51 der 100 Senatoren.

Chuck Schumer | Bildquelle: JIM LO SCALZO/EPA-EFE/REX/Shutte
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Der Demokrat Chuck Schumer zweifelt die Glaubwürdigkeit Kavanaughs an.

"Beängstigende Zeit für junge Männer"

Angesichts der Debatte um die Missbrauchsvorwürfe sieht Trump junge Männer in den USA generell gefährdet. "Es ist eine beängstigende Zeit für junge Männer in Amerika", sagte Trump laut Medienberichten. Er finde es beunruhigend, dass Menschen "automatisch für schuldig" gehalten würden und ihre Unschuld beweisen müssten, sagte Trump.

Auf die Frage nach einer Botschaft an junge Frauen sagte der Präsident: "Frauen geht es sehr gut."

Trump sagte demnach, er hoffe diese Woche im Senat auf eine Bestätigung Kavanaughs für einen Richterposten im Obersten Gericht. Die Entscheidung werde aber vom Ausgang der FBI-Ermittlungen abhängen. Sollte Kavanaugh in seiner Aussage im Senat gelogen haben, sei das nicht akzeptabel, so Trump.

Ford und zwei weitere Frauen werfen Kavanaugh sexuelle Nötigung in den 1980er-Jahren vor. Kavanaugh war bei seiner Anhörung sehr emotional geworden und hatte den Demokraten einen koordinierten Angriff auf seine Person aus politischen Motiven vorgeworfen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 04. Oktober 2018 um 05:52 Uhr sowie um 12:35 Uhr und Deutschlandfunk Kultur um 18:08 Uhr.

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