Christine Blasey Ford | Bildquelle: AFP

Anhörung im US-Senat Ford erneuert Vorwürfe gegen Kavanaugh

Stand: 27.09.2018 18:48 Uhr

Die Psychologieprofessorin Ford hat im Justizausschuss des US-Senats ihre Vorwürfe gegen den Richterkandidaten Kavanaugh wiederholt. Eine Verwechslung ihres Angreifers schloss sie aus.

Von Claudia Sarre, ARD-Studio Washington 

Unter Eid legte Christine Blasey Ford ihre Aussage ab, die Frau, die Brett Kavanaugh versuchte Vergewaltigung vorwirft. Es war der erste öffentliche Auftritt der Hochschulprofessorin, seitdem ihre sexuellen Anschuldigungen gegen den konservativen Richterkandidaten für das Oberste Gericht publik wurden.

Sie sei nicht hier, weil sie es wollte. Sie habe große Angst, begann die sichtliche aufgewühlte Anklägerin ihre Aussage vor dem Justizausschuss des US-Senats. Mit tränenerstickter Stimme schilderte die 51-Jährige die Ereignisse in jener Partynacht Anfang der 1980er-Jahre aus ihrer Sicht, als ihr Mitschüler Kavanaugh sie in stark angetrunkenem Zustand aufs Bett geworfen, ihr den Mund zugehalten, und sie sexuell heftig bedrängt hatte. Ein anderer Mitschüler sei dabei gewesen, habe ihr jedoch nicht geholfen. Die Details jener Nacht werde sie nie vergessen.

Professorin Ford bei der Anhörung im Justizausschuss des US-Senats. | Bildquelle: REUTERS
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Professorin Ford (links) bei der Anhörung im Justizausschuss des US-Senats.

Die "härteste Zeit" ihres Lebens

Erst 2012, also viele Jahre später, habe sie in einer Therapie über die versuchte Vergewaltigung sprechen können, erklärte Ford und fügte hinzu: Die vergangenen Wochen seien die härteste Zeit in ihrem Leben gewesen. "Ich musste mein Trauma noch einmal vor der ganzen Welt durchleben. Mein Leben wurde auseinandergepflückt von Journalisten - und von diesem Gremium, das mich nie getroffen oder gesprochen hat."

Ford hat Morddrohungen erhalten, sie und ihre Familie mussten ihren Wohnort verlassen. Während der Anhörung hatte sie darum gebeten, dass Kavanaugh nicht anwesend ist, während sie aussagte. Ihre Aussage nannte sie ihre staatsbürgerliche Pflicht. "Es ist nicht meine Verantwortung ob Herr Kavanaugh es verdient, oberster Richter zu werden. Meine Verantwortung ist es, die Wahrheit zu sagen."

In der anschließenden Befragung - unter anderem durch die republikanische Anwältin Rachel Mitchel - betonte Ford, dass es sich zu 100 Prozent nicht um eine Verwechslung handelte.

US-Richterkandidat Kavanaugh wegen sexueller Übergriffe beschuldigt
tagesschau 20:00 Uhr, 27.09.2018, Stefan Niemann, ARD Washington

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Zustimmung für Kavanaugh unsicher

Im Anschluss soll auch Kavanaugh vor dem Senatsausschuss erscheinen. In einem vorab veröffentlichten Statement sagte der Richterkandidat, die Wahrheit sei, dass er noch nie irgendjemanden sexuell angegriffen hätte. Nicht in der Highschool, nicht im College, niemals.

Brett Kavanaugh im Capitol Hill in Washington. | Bildquelle: AP
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Kavanaugh weist die Vorwürfe zurück.

Sollte an den Missbrauchsvorwürfen etwas dran sein - so US-Präsident Donald Trump zuletzt - würde er nicht an seinem Wunschkandidaten für den Supreme Court festhalten. Schon morgen will der US-Senat über die Personalie Kavanaugh abstimmen. Die Bestätigung des erzkonservativen Juristen gilt als unsicher. Für die Republikaner ist die Ernennung Kavanaughs für das Richteramt von großer Bedeutung. Die Richter am Obersten Gericht werden auf Lebenszeit ernannt und prägen insofern die US-Rechtsprechung jahrzehntelang.

Ford belastet Kavanaugh in Senatsanhörung wegen Missbrauchsvorwürfen
Claudia Sarre, ARD Washington
27.09.2018 18:25 Uhr

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Über dieses Thema berichtete am 27. September 2018 Inforadio um 08:42 Uhr und die tagesschau um 20:00 Uhr.

Korrespondentin

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