Brett Kavanaugh bei der Anhörung im US-Senat | Bildquelle: REUTERS

Kavanaugh vor US-Senat "Das ist ein Zirkus"

Stand: 27.09.2018 22:22 Uhr

Der Kandidat für das oberste US-Gericht, Kavanaugh, hat die gegen ihn erhobenen Vorwürfe der sexuellen Gewalt wütend zurückgewiesen. Zuvor hatte Psychologieprofessorin Ford vor dem Justizausschuss ausgesagt - und ihre Vorwürfe erneuert.

"Ich habe niemals jemanden sexuell angegriffen": Der Kandidat für das oberste US-Gericht, Brett Kavanaugh, hat die gegen ihn erhobenen Vorwürfe der sexuellen Gewalt wütend zurückgewiesen und sprach von Rufmord. "Meine Familie und mein Name sind durch diese bösartigen und falschen Anschuldigungen zerstört worden", sagte Kavanaugh in lautem und erregtem Ton und mit zornigem Gesichtsausdruck vor dem Justizausschuss des Senats. Und: "Das ist ein Zirkus."

Richterkandidat Brett Kavanaugh vor dem Justizausschuss des US-Senats | Bildquelle: Andrew Harnik/POOL/EPA-EFE/REX/S
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"Ich habe niemals jemanden sexuell angegriffen": Brett Kavanaugh vor dem Senatsausschuss.

Opfer einer politischen Kampagne?

Er bezeichnete den Verlauf seines Nominierungsverfahrens als eine "nationale Schande" und sich selbst als Opfer einer "kalkulierten und orchestrierten" politischen Kampagne. An seiner Bewerbung für das höchste US-Gericht will er festhalten. "Sie mögen mich in der Endabstimmung besiegen, aber sie werden mich nie dazu bringen, aufzugeben", sagte der aufgebrachte 53-Jährige an die Adresse seiner Gegner.

"Ich habe Angst"

Die Psychologieprofessorin Christine Blasey Ford hatte zuvor dem Ausschuss im Detail geschildert, wie Kavanaugh sie vor 36 Jahren während einer Teenager-Party zu vergewaltigen versucht habe. Sie sagte, sie sei sich zu "100 Prozent" sicher, dass Kavanaugh der Angreifer gewesen sei.

Ford erklärte, sie habe wegen des Vorfalls an Angstzuständen, Platzangst, Panik und Symptomen gelitten, die einer posttraumatischen Belastungsstörung ähnelten. Sie kämpfte mit den Tränen, als sie vor der Befragung durch die Senatoren ihr vorbereitetes Statement ablas. "Ich bin heute nicht hier, weil ich das will", sagte Ford. "Ich habe Angst. Ich bin hier, weil ich glaube, dass es meine Bürgerpflicht ist, Ihnen zu erzählen, was mir passiert ist, als Brett Kavanaugh und ich auf der High School waren."

Ford beschrieb detailliert, wie ein betrunkener Kavanaugh in Anwesenheit einer seiner Freunde sexuell übergriffig geworden sei und seine Hand auf ihren Mund gelegt habe, um sie am Schreien zu hindern. "Es war schwer für mich zu atmen, und ich dachte, dass Brett mich versehentlich töten würde."

US-Richterkandidat Kavanaugh wegen sexueller Übergriffe beschuldigt
tagesschau 20:00 Uhr, 27.09.2018, Stefan Niemann, ARD Washington

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Freitag wird erstmals abgestimmt

Vor den Kongresswahlen Anfang November ist die Personalie Gegenstand einer erbitterten Auseinandersetzung zwischen Trumps Republikanern und den oppositionellen Demokraten geworden. Für diesen Freitag ist eine Abstimmung im Justizausschuss über eine Empfehlung Kavanaughs angesetzt. Danach muss der US-Senat über die Berufung Kavanaughs an das höchste US-Gericht abstimmen.

Fords Vorwürfe sind bereits seit Mitte des Monats bekannt und führten nun zu der Anhörung des Justizausschusses. Neben Ford erhoben auch mindestens zwei weitere Frauen Missbrauchsvorwürfe gegen den Kavanaugh. Der Richter weist die Anschuldigungen pauschal zurück.

Trump verteidigte Kavanaugh zwar nochmals. Angesichts der zunehmenden Missbrauchsvorwürfe schloss der US-Präsident eine Abkehr von der Nominierung des umstrittenen Richters aber nicht generell aus. Trump hatte Kavanaugh im Juli für den hochrangigen Richterposten vorgeschlagen. Kurz vor der Entscheidung des US-Senats über die Personalie waren Fords Vorwürfe gegen Kavanaugh an die Öffentlichkeit gekommen.

US-Senat: Kavanaugh und Ford sagen aus
Arthur Landwehr, ARD Washington
27.09.2018 22:25 Uhr

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Über dieses Thema berichtete am 27. September 2018 die tagesschau um 20:00 Uhr und Deutschlandfunk um 22:00 Uhr.

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