Donald Trump spricht auf einer Wahlkampfveranstaltung in Mississippi | Bildquelle: BRANDON DILL/EPA-EFE/REX/Shutter

Fall Kavanaugh Trump verhöhnt mutmaßliches Opfer

Stand: 03.10.2018 22:00 Uhr

Die Psychologie-Professorin Ford ist die bekannteste Frau, die Präsident Trumps Richterkandidaten Kavanaugh sexuelle Übergriffe vorwirft. Selbst Trump nannte sie "glaubwürdig". Doch jetzt verspottete er sie öffentlich.

Während das FBI zu Vorwürfen der sexuellen Nötigung gegen seinen Richterkandidaten Brett Kavanaugh ermittelt, hat Präsident Donald Trump ein mutmaßliches Opfer verspottet. Bei einem Auftritt vor Anhängern in Mississippi stellte er die Glaubwürdigkeit von Christine Blasey Ford in Frage, die in der vergangenen Woche vor dem Justizausschuss des US-Senats Kavanaugh der versuchten Vergewaltigung in deren High-School-Zeit beschuldigt hatte.

Dabei attackierte der Präsident vor allem die Erinnerungslücken Fords: "Wie sind Sie (nach dem angeblichen Übergriff) nach Hause gekommen?" - "Ich kann mich nicht erinnern", imitierte er sie. Und weiter: "Wie sind Sie dorthin gekommen?" "Ich kann mich nicht erinnern. Aber ich hatte ein Bier, das ist das Einzige, woran ich mich erinnere. Und das Leben eines Mannes ist ruiniert. Das Leben eines Mannes ist zerstört."

Trump verspottet Ford
03.10.2018

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Ist der Kurswechsel ein Signal an die Wählerbasis?

Bisher hatte Trump Ford als "sehr glaubwürdige Zeugin" bezeichnet, zugleich aber erklärt, dass er Kavanaughs Dementi glaube. Trumps jüngste Äußerungen werteten Beobachter als Bemühen, vor den Kongresswahlen im November seine Wählerbasis zu mobilisieren, die sich vor allem aus weißen Männern zusammensetzt. Vieles deutet darauf hin, dass der Widerstand gegen seine Präsidentschaft hingegen viele Anhängerinnen der Demokraten mobiliert hat.

Ein Anwalt Fords äußerte scharfe Kritik an Trump. Der Präsident habe eine "bösartige, abscheuliche und seelenlose Attacke" auf seine Mandantin losgelassen, twitterte der Jurist Michael Bromwich. Ford habe sich mit "bemerkenswerter Courage" profiliert, während Trump für ein "Profil der Feigheit" stehe.

Auch der republikanische Senator Jeff Flake kritisierte Trumps Auftritt. In einem TV-Interview bezeichnete er die Äußerungen als "einigermaßen entsetzlich". Sich über ein "so sensibles Thema" bei einer Wahlveranstalung lustig zu machen, sei "nicht richtig": "Ich wünschte, er hätte das nicht getan." Flake gilt als einer der Wackelkandidaten bei der Kavanaugh-Wahl. Als Gegenleistung für sein Ja zum Richterkandidaten im Justizausschuss vergangene Woche forderte er die aktuell laufende FBI-Untersuchung.

Ähnlich wie Flake äußerte sich die republikanische Senatorin Susan Collins, die ebenfalls als noch unentschieden gilt. Sie sagte aber wie Flake nicht, inwiefern sich Trumps Auftritt auf ihr Abstimmungsverhalten auswirken werde.

Weißes Haus verteidigt Trumps Verhalten

Das Weiße Haus verteidigte Trump: Der Präsident habe nur Tatsachen aufgezählt. Die Oppositionellen führten "eine koordinierte Schmutzkampagne" gegen Kavanaughs Integrität, sagte Trumps Sprecherin Sarah Huckabee Sanders Trumps Beraterin Kellyanne Conway erklärte, Trump habe nur Widersprüche herausgestellt. Ford werde wie ein "Fabergé-Ei" behandelt, auch vom Präsidenten.

"Beängstigende Zeit für junge Männer"

Zuvor hatte Trump gesagt, es sei "eine beängstigende Zeit für junge Männer in Amerika. Er finde es beunruhigend, dass Menschen "automatisch für schuldig" gehalten würden und ihre Unschuld beweisen müssten, sagte Trump. Auf die Frage nach einer Botschaft an junge Frauen sagte der Präsident: "Frauen geht es sehr gut."

Trump sagte demnach, er hoffe diese Woche im Senat auf eine Bestätigung Kavanaughs. Die Entscheidung werde aber vom Ausgang der FBI-Ermittlungen abhängen. Sollte Kavanaugh in seiner Aussage im Senat gelogen haben, sei das nicht akzeptabel, so Trump.

FBI untersucht Vorwürfe

Ford und weitere Frauen werfen Kavanaugh sexuelle Nötigung in den 1980er-Jahren vor. Kavanaugh war bei seiner Anhörung sehr emotional geworden und hatte den Demokraten einen koordinierten Angriff auf seine Person aus politischen Motiven vorgeworfen.

Die Bundespolizei FBI nahm Ermittlungen auf. Der republikanische Senator John Cornyn erklärte, der FBI-Bericht könne womöglich noch am selben Tag vorliegen. Der Mehrheitsführer Mitch McConnell könnte dann die Abstimmung über Kavanaughs Bestätigung für das oberste Richteramt am Freitag einleiten.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 03. Oktober 2018 um 15:00 Uhr.

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