Trumps Sprecherin Kellyanne Conway | Bildquelle: MICHAEL REYNOLDS/EPA-EFE/REX

Kurz vor der US-Wahl Trump-Beraterin Conway tritt zurück

Stand: 24.08.2020 07:42 Uhr

Sie prägte den Begriff der "alternativen Fakten" und führte Donald Trump 2016 ins Präsidentenamt. Nun tritt die ehemalige Wahlkampfmanagerin und Beraterin Kellyanne Conway überraschend zurück.

Die Beraterin und ehemalige Wahlkampf-Managerin des US-Präsidenten Donald Trump ist aus privaten Gründen zurückgetreten. Ende des Monats werde sie das Weiße Haus verlassen, um sich auf ihre Familie zu konzentrieren, erklärte Conway. Der Zeitpunkt kommt denkbar ungünstig für Trump, der am 3. November gegen seinen demokratischen Herausforderer Joe Biden zur Wiederwahl antritt.  

Conway gehört zu den vehementesten Verteidigerinnen von Trump. Sie prägte zum Beispiel den Ausdruck der "alternativen Fakten", als sich die Behauptung, an keiner Amtseinführung eines Präsidenten hätten mehr Zuschauer teilgenommen, gar nicht mehr halten ließ. Zudem war sie die erste Frau, die eine Präsidentschaftskampagne erfolgreich leitete.

In der vergangenen Nacht eröffnete Conway dem Präsidenten, dass sie die Administration Ende des Monats verlässt, schreibt die "Washington Post". Im Interesse ihrer Kinder gebe es erst einmal weniger Drama und mehr Mama, schrieb Conway in einer Erklärung.

Ihr Rücktritt kommt nur einen Tag, nachdem sich ihre Tochter via Twitter gegen die Arbeit ihrer Mutter ausgesprochen hatte und ihr vorwarf, "ihr Leben ruiniert" zu haben. "Es ist herzzerreißend, dass sie diesen Weg weitergeht, nachdem sie jahrelang beobachtet hat, wie ihre Kinder leiden", schrieb die Tochter.

Auch Conways Ehemann, George Conway, ein Anwalt und - im Gegensatz zu seiner Frau - ein ausgewiesener Kritiker von Trump will weniger öffentlich auftreten. Er ist Mitglied des Lincoln Projects, einer Gruppe von Republikanern, die Trump aus dem Amt vertreiben wollen. Nun kündigte er an, das Projekt vorerst ruhen zu lassen.

Fehde mit Conways Ehemann

In einer öffentlichen Fehde mit Kellyanne Conways Ehepartner im vergangenen Jahr nannte Trump ihn einen "Ehemann aus der Hölle". George Conway sagte, er halte Trump "für sein Amt geistig ungeeignet". 

Dies sei einzig und allein ihre eigene Entscheidung gewesen, schreibt Conway in einem offiziellen Statement über ihren Rücktritt. "Wir sind uns bei vielem uneins, aber wir sind vereint in dem, was am wichtigsten ist: die Kinder", so Conway.

Trump will ab heute beim Parteitag die eigene Basis für die Wahl im Herbst mobilisieren. Wegen der Corona-Pandemie organisieren auch die Republikaner ihre Tagung weitgehend virtuell, als Livestream.

Mit Informationen von Torsten Teichmann, ARD-Studio Washington

Kellyanne Conway verlässt das Weiße Haus
Torsten Teichmann, ARD Washington
24.08.2020 07:40 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Inforadio am 24. August 2020 um 08:20 Uhr.

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