Flüchtlingscamp des UNHCR bei Dadaab

Kenia reagiert auf Terroranschlag Flüchtlinge aus Dadaab sollen weg

Stand: 11.04.2015 19:59 Uhr

Den Bewohnern des weltgrößten Flüchtlingslagers droht eine Umsiedlung, denn Kenia will das Camp Dadaab schließen. Der Grund: Die Regierung hält das Lager für einen Rückzugsort von Islamisten und will nach dem Terroranschlag von Garissa Stärke zeigen.

Als Konsequenz aus dem islamistischen Terroranschlag auf eine Universität mit 150 Toten will Kenia das weltgrößte Flüchtlingslager Dadaab schließen. Das Camp im Nordosten Kenias liegt unweit der somalischen Grenze und bietet mindestens 500.000 Menschen Schutz. In der Vergangenheit hatte Kenia immer wieder bemängelt, dass sich al-Shabaab-Terroristen in Dadaab versteckt halten. Außerdem diene das Lager der Ausbildung von Islamisten.

Das UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) müsse Dadaab innerhalb von drei Monaten schließen und nach Somalia verlagern, erklärte Vizepräsident William Ruto. Sollte das UNHCR der Aufforderung nicht nachkommen, würde Kenia die Flüchtlinge selbst umsiedeln, drohte er. So wie sich die USA nach den Terroranschlägen des 11. Septembers 2001 geändert hätten, würde sich nun auch sein Land verändern, kündigte Ruto an.

Flüchtlingslager Dadaab
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Das kenianische Flüchtlingslager Dadaab aus der Luft fotografiert. In Dadaab leben fast eine halbe Million Flüchtlinge.

Dadaab - eine neue Heimat für Flüchtlinge seit 1991

Ein UNHCR-Sprecher sagte, bislang sei man über den Beschluss der Regierung nicht offiziell unterrichtet worden.

Die Dadaab-Flüchtlingscamps beherbergen seit 1991 vor allem Somalier, die vor Bürgerkriegswirren und islamistischem Terrorismus in ihrem Heimatland geflohen sind.

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"Müssen Camps managen können"

Bereits am Dienstag hatte ein Innenministeriums-Sprecher angekündigt, Flüchtlinge in ihre Heimatländer zurückschicken zu wollen. "Wir werden ihre Zahl reduzieren, so dass wir die Camps besser managen können." Selbstverständlich würden die Somalier aber nicht in von al-Shabaab kontrollierte Gebiete geschickt. "Unschuldige Menschen sollen nicht wegen der Islamisten leiden", sagte der Sprecher. Allerdings hatte er explizit eine Schließung von Dadaab ausgeschlossen.

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