Frauen halten das Bild des verschwundenen saudischen Journalisten Khashoggi in die Höhe. | Bildquelle: AFP

Vermisster Journalist Türkei und Saudi-Arabien ermitteln gemeinsam

Stand: 13.10.2018 04:04 Uhr

Nach dem Verschwinden eines saudischen Journalisten und Regimekritikers in Istanbul wollen die Türkei und Saudi-Arabien gemeinsam ermitteln. Die USA fordern Antworten - auch die Türkei muss sich erklären.

Das türkische Präsidialamt hat angekündigt, gemeinsam mit Saudi-Arabien eine Arbeitsgruppe einrichten zu wollen, die den Fall Khashoggi "in all seinen Facetten" beleuchten und aufklären soll. Eine saudische Delegation reiste dafür in die Türkei.

Gibt es Belege für einen Mord?

Laut der "Washington Post" existieren angeblich Ton- und Videoaufnahmen, die belegen sollen, dass Khashoggi vor eineinhalb Wochen im saudischen Konsulat ermordet wurde.

Die Zeitung, für die Khashoggi in der Vergangenheit selbst schrieb, beruft sich dabei auf Informationen türkischer und amerikanischer Offizieller. Demnach scheut die türkische Seite eine Veröffentlichung der Aufnahmen, um nicht zu offenbaren, wie Einrichtungen ausländischer Staaten in der Türkei ausspioniert werden.

Unklar sei deshalb auch, inwiefern amerikanische Stellen das angebliche Beweismaterial selbst einsehen durften. Die türkische Regierung habe US-Regierungsvertretern aber versichert, im Besitz kompromittierender Aufnahmen zu sein, die keinen Zweifel an der Mordthese lassen.

Khashoggi hatte am 2. Oktober das saudische Konsulat in Istanbul betreten, um Papiere für seine Hochzeit mit seiner türkischen Verlobten abzuholen. Seitdem wird er vermisst. Saudi-Arabien weist den Vorwurf zurück, dass der Regimekritiker im Konsulat ermordet worden sei, und hat eine Aufklärung des Falls versprochen.

Hinweise auf Khashoggi-Ermordung
Mittagsmagazin, 12.10.2018, Katharina Willinger, ARD Istanbul

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Trump will mit König Salman sprechen

Der saudische Regierungskritiker Khashoggi war vor mehr als einem Jahr aus Angst vor politischer Verfolgung ins US-Exil gegangen. Dort war die "Washington Post" einer seiner Auftraggeber.

Der Journalist begrüßte zwar grundsätzlich die Reformen des saudischen Kronprinzen Muhammed bin Salman, kritisierte aber dessen zunehmend autoritäre Herrschaft. 2017 sagte er im arabischen Fernsehsender Al Jazeera in einem Interview: "Zu Ihrer Frage, was genau man in Saudi-Arabien nicht mehr aushalten könne? Den Verlust der Freiheit, das Gefühl der Hilflosigkeit, die eigene Meinung nicht sagen zu dürfen. Ich tue das aus Liebe zum König und dem Thronfolger. Und da bin ich nicht der Einzige. Es gibt viele saudische Bürger, die in den Gefängnissen verschwunden sind. Andere haben sich freiwillig aus dem öffentlichen Leben zurückgezogen."  

US-Vertreter baten die saudische Regierung eigenen Angaben zufolge unterdessen um Aufklärung in dem Fall. US-Präsident Donald Trump kündigte ein Gespräch mit König Salman an. Die Situation sei ernst und fürchterlich, sagte Trump. "Wir werden herausfinden, was passiert ist", versprach er.

Über dieses Thema berichtete am 12. Oktober 2018 das ARD-Mittagsmagazin um 13:12 Uhr. Zudem berichteten die tagesthemen über dieses Thema am 12. Oktober 2018 um 23:15 Uhr.

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