Ein Schüler steht in Schuluniform und mit Nasen-Mund-Schutz an einem Eisenzaun. | Bildquelle: AFP

Corona-Pandemie Jeder dritte Schüler weltweit ohne Unterricht

Stand: 27.08.2020 12:06 Uhr

463 Millionen Schulkinder hatten während der Corona-bedingten Schulschließungen in den vergangenen Monaten keinen Zugang zum Unterricht. Das Kinderhilfswerk UNICEF warnt vor einer globalen Bildungskrise.

Während der Corona-bedingten Schulschließungen in den vergangenen Monaten hatte weltweit ein Drittel der Schulkinder keinen Zugang zum Unterricht. Das ist das Ergebnis einer Studie des Kinderhilfswerks UNICEF der Vereinten Nationen. Die Kinder hätten keine Möglichkeit gehabt, an alternativen Lernprogrammen teilzunehmen, sagte die UNICEF-Exekutivdirektorin Henrietta Force.

"Die schiere Zahl der Kinder, die monatelang keine Lernmöglichkeiten hatten, weist auf eine globale Bildungskrise hin", sagte Force. Die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Auswirkungen würden noch jahrzehntelang zu spüren sein. Schulen und Bildungssysteme müssten nach Ansicht des Kinderhilfswerks deshalb gestärkt werden, damit zukünftige Krisen besser bewältigt werden können. 

Situation könnte in Realität noch schlimmer sein

Auf dem Höhepunkt der nationalen und lokalen Lockdowns während der Corona-Pandemie konnten 1,5 Milliarden Kinder nicht zur Schule gehen, so das Kinderhilfswerk. Es appellierte an die Regierungen, der Wiedereröffnung von Schulen unter sicheren Bedingungen hohe Priorität zu geben. Wo eine Wiedereröffnung nicht möglich sei, sollten Lernprogramme zum Einsatz kommen.

Die Daten aus 100 Ländern umfassen den Zugang zu Fernsehen, Radio und Internet ebenso wie die Verfügbarkeit von Lehrplänen für diese Plattformen während der Schulschließungen. Dabei könnte die Situation laut UNICEF in der Realität noch schlimmer sein.

Kinder aus armen Haushalten am stärksten betroffen

Denn selbst wenn die Kinder zu Hause über Technologie und Anwendungen verfügten, könnten sie möglicherweise aus anderen Gründen nicht aus der Ferne lernen. Dazu gehörten beispielsweise der Druck, Hausarbeit erledigen zu müssen oder zur Arbeit gezwungen zu werden.

Schulkinder aus ärmeren Haushalten und aus ländlichen Gegenden haben dem Bericht zufolge am wenigsten Zugang zu alternativen Lernmöglichkeiten.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 27. August 2020 um 13:00 Uhr.

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