Ein Flüchtling blickt auf eine Fähre in Kos

Griechenland Polizei zerschlägt auf Kos Schleuserring

Stand: 16.07.2019 18:26 Uhr

Mindestens 15 Monate soll eine Schlepperbande ihr illegales Geschäft zwischen dem griechischen Festland und der Insel Kos betrieben haben. Nun ist die Schleuserbande aufgeflogen.

Auf der griechischen Touristeninsel Kos ist der Polizei ein Schlag gegen eine internationale Schleuserbande gelungen. Zwei Griechen und vier Ausländer sollen im großen Stil per Fähre Migranten vom griechischen Festland auf die Insel Kos gebracht haben.

Die Weiterreise von Kos sei mit gefälschten Reisedokumenten erfolgt. Zwischen 4500 Euro und 6000 Euro hätten die Schleuser für Flüge nach Westeuropa kassiert.

Wie die griechische Polizei weiter mitteilte, war unter den Schleusern auch ein griechischer Polizist. Dieser habe am Flughafen von Kos gearbeitet und die Schleusung der Migranten erleichtert. Nach weiteren Mitgliedern werde gefahndet.

Als Touristen verkleidet

Um unentdeckt zu reisen, hätten die Schleuser den Migranten geraten, sich wie Touristen anzuziehen. Die Frauen sollten sich gut schminken und mit Männern auftreten, als seien sie Paare auf der Urlaubsreise, wie die Polizei mitteilte. Die Bande sei seit mindestens 15 Monaten aktiv gewesen.

Unklar blieb, wie viele Menschen so nach West- und Mitteleuropa gelangt sind. Die Ermittlungen dauern an.

In Griechenland befinden sich zur Zeit mehr als 80.000 Migranten aus verschiedenen Staaten Nordafrika und dem Nahen Osten, die Asyl beantragt haben. Ein großer Teil von ihnen sucht immer wieder Wege, in andere EU-Staaten weiterzureisen.

Über dieses Thema berichtete MDR aktuell am 17. Juli 2019 um 05:38 Uhr.

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