US-Präsident Trump bei einem Treffen mit Österreichs Kanzler Kurz | Bildquelle: dpa

Kurz besucht Trump "Noch keine Entscheidung über Autozölle"

Stand: 21.02.2019 10:54 Uhr

Erstmals seit 13 Jahren ist ein österreichischer Regierungschef im Weißen Haus empfangen worden. Kanzler Kurz warb beim Treffen mit US-Präsident Trump für den Verzicht auf Autozölle.

Von Sebastian Schreiber, ARD-Studio Washington

Donald Trump wirkte fast überrascht, als er Sebastian Kurz im Oval Office begrüßte. Der Bundeskanzler sei ja wirklich noch ein sehr junger Kerl, sagte Trump, tätschelte dem 32-Jährigen den Arm und fügte hinzu: Das sei sehr gut.

Nach den Worten von Bundeskanzler Kurz ging es in dem halbstündigen Vieraugengespräch - und anschließend in größerer Runde - vor allem um die Handelspolitik zwischen Europa und den USA. Kurz sagte, er habe dem US-Präsidenten klar gemacht, dass auch Österreich - und nicht nur Deutschland - von möglichen Autozöllen betroffen wäre.

Österreichs Kanzler Kurz sitzt bei einem Treffen im Weißen Haus neben US-Präsident Trump | Bildquelle: dpa
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Erstmals seit 13 Jahren wurde ein österreichischer Kanzler im Weißen Haus empfangen.

"Entscheidung noch nicht getroffen"

"Ich glaube nicht, dass die Entscheidung schon getroffen ist", sagte Kurz nach dem Treffen mit Trump. "Das Gespräch hat auch das bestätigt, was wir vorher wahrscheinlich alle schon gewusst haben, dass solche Entscheidungen teilweise im Weißen Haus sehr schnell getroffen werden können. Insofern gibt es da jetzt wenig Berechenbarkeit, wie die nächsten Tage, Wochen und Monate ablaufen."

Trump hatte unmittelbar vor dem Gespräch mit Kurz gesagt, er sei an einer Einigung mit der Europäischen Union interessiert. Aber wenn es die nicht gebe, werde er die Zölle einführen. Trump beklagt schon seit Langem ein Handelsdefizit mit der Europäischen Union. Er droht damit, Strafzölle in Höhe von 25 Prozent auf europäische Autos zu erheben.

Entscheidungsfrist für Trump läuft

Am Wochenende hatte der US-Präsident einen Bericht des Handelsministeriums zu den Auto-Importen erhalten. Damit begann eine Frist von 90 Tagen, in denen der Präsident über mögliche Konsequenzen entscheiden muss.

Es war das erste Mal seit gut 13 Jahren, dass ein US-Präsident den Bundeskanzler Österreichs empfing.

Über dieses Thema berichtete hr-iNFO am 23. Februar 2019 um 14:35 Uhr in der Sendung "Bilanz".

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