Landminen (Archivbild) | Bildquelle: picture alliance / dpa

Jahresbericht Tödliche Landminen

Stand: 20.11.2018 11:19 Uhr

Afghanistan, Kolumbien oder Jemen: Durch Landminen wurden im vergangenen Jahr fast 2800 Menschen weltweit getötet, viele davon Kinder. Damit stieg die Zahl der Toten erneut an.

Immer mehr Menschen sterben durch Landminen. Wie die Internationale Kampagne gegen Landminen mitteilt, wurden im Jahr 2017 fast 2800 Menschen durch die heimtückischen Sprengkörper getötet. Mehr als 4400 Menschen wurden verletzt. Im Vorjahr waren es rund 2100 Tote, im Jahr 2015 etwa 1700.

Die Organisation geht davon aus, dass die Dunkelziffer deutlich größer ist. 87 Prozent der Toten und Verletzten waren Zivilisten, die Hälfte davon Kinder. Gleichzeitig berichtet die Kampagne, dass im vergangenen Jahr 168.000 Landminen zerstört worden seien.

Myanmar verlegt neue Landminen

Laut Bericht gibt es aus Myanmar gesicherte Informationen, dass der Staat dort in den vergangenen zwölf Monaten neue Landminen legte. Bei den Konflikten in Afghanistan, Kolumbien, Indien, Myanmar, Nigeria, Pakistan, Thailand und im Jemen seien neue Minen von nicht-staatlichen Gruppen eingesetzt worden.

Die Kampagne gegen Landminen geht derzeit davon aus, dass in 60 Staaten und Regionen Minen im Boden liegen. Auch in Europa gebe es Gebiete, in denen Landminen eine Gefahr sind. So seien in Bosnien-Herzegowina und Kroatien noch größere Areale betroffen.

Landminen weltweit geächtet

Vor 20 Jahren wurde die sogenannte Ottawa-Konvention unterzeichnet, die sich dem Kampf gegen Landminen widmet. Der internationale Vertrag verbietet den Einsatz, die Produktion, Lagerung und Weitergabe von Landminen.

Palästina und Sri Lanka sind dem Vertrag im Dezember 2017 beigetreten. Insgesamt haben ihn damit 164 Staaten unterzeichnet. In 29 Vertragsstaaten sowie einem weiteren Staat und einer Region wurden seit 1999 alle Minen entfernt.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 20. November 2018 um 12:00 Uhr.

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