Überlebende bringen sich nach dem Dammbruch in Sicherheit | Bildquelle: REUTERS

Laos Mindestens 19 Tote nach Dammbruch

Stand: 25.07.2018 14:49 Uhr

Tausende Menschen sitzen nach dem verheerenden Dammbruch in Laos im überfluteten Gebiet fest, die meisten haben ihr Zuhause verloren - und viele werden noch vermisst. Nun wurden die ersten Toten geborgen.

Nach dem Dammbruch im südostasiatischen Laos haben die Behörden 19 Todesopfer bestätigt. Örtliche Medien berichten bereits von bis zu 26 Toten. Regierungschef Thongloun Sisoulith erklärte außerdem, es würden 131 Menschen vermisst.

Das Unglück ereignete sich am Montag an einem Nebenfluss des Mekong unweit der Grenze zu Kambodscha. Der noch im Bau befindliche Staudamm war nach starken Regenfällen eingestürzt und hatte die Umgebung mit fünf Milliarden Kubikmetern Wasser überflutet. Mehrere Häuser im Bezirk Sanamxay wurden zerstört. Das Nachbarland Thailand entsandte Rettungskräfte. Die abgelegene Region ist derzeit ausschließlich mit Helikoptern und flachen Booten zu erreichen.

Mehr als 6600 Menschen hätten ihr Zuhause verloren, schrieb die amtliche Nachrichtenagentur Lao News Agency. Tausende Menschen sitzen einem Bericht der "Laotian Times" zufolge noch in den überfluteten Gebieten fest. Andere suchten Zuflucht in Schulen und Regierungsgebäuden. Straßen wurden von den Wassermassen beschädigt oder komplett zerstört. Die Pegelstände steigen zudem wegen starker Monsun-Regenfälle noch immer.

Überlebende des Dammbruchs auf einem Dach | Bildquelle: dpa
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Viele suchten auf den Dächern ihrer Häuser Schutz vor den Wassermassen

Ursache noch unklar

Über die Ursache des Dammbruchs gibt es noch keine gesicherten Angaben. Das südkoreanische Unternehmen SK Engineering & Construction, das an dem Wasserkraftprojekt beteiligt ist, erklärte, es habe bereits 24 Stunden vor dem Dammbruch Schäden an der Konstruktion bemerkt. Der obere Teil eines Hilfsdammes sei weggespült gewesen. "Wir haben umgehend die Behörden alarmiert und mit der Evakuierung von Dorfbewohnern flussabwärts begonnen", hieß es in einer Mitteilung.

Der Xepian-Xe Nam Noy-Damm ist nur eines in einer Reihe von Dammprojekten im ganzen Land, insgesamt gibt es 46 Staudämme und 54 weitere Projekte. Strom macht etwa zwei Drittel der Exporte aus. Die Dammprojekte sind nicht nur bei Umweltschützern umstritten, es kommt auch immer wieder zu Unfällen. In den vergangenen beiden Jahren brachen zwei Dämme.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 25. Juli 2018 um 10:00 Uhr.

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