Das Lawinengebiet in der Ski-Region Crans Montana | Bildquelle: dpa

Crans-Montana in der Schweiz Mehrere Menschen von Lawine verschüttet

Stand: 19.02.2019 21:53 Uhr

Im Schweizer Ski-Resort Crans-Montana sind mehrere Menschen von einer Lawine verschüttet worden. Rettungskräfte sind mit Hubschraubern im Einsatz. Über die Zahl der Vermissten gibt es noch keine genauen Angaben.

In den Schweizer Alpen ist eine Lawine in einem Skigebiet abgegangen. Dabei sollen nach Angaben der Polizei mehrere Menschen verschüttet worden sein. Der Alarm ging nach Angaben der Bergbahnen um 14.23 Uhr ein. Bergretter waren am späten Nachmittag oberhalb des Orts Crans-Montana mit Hubschraubern im Rettungseinsatz.

Zehn bis zwölf Menschen vermisst

Laut Polizei wurden vier Menschen verletzt, einer von ihnen schwebt in Lebensgefahr. Die Suche nach weiteren Vermissten werde bis in die Nacht fortgesetzt, teilte die Behörde mit. Im Dorf kursierten Gerüchte, dass etwa zehn Personen betroffen seien. Das Onlineportal "lenouvelliste.ch" zitierte Bürgermeister Nicolas Féraud mit der Angabe, zehn bis zwölf Menschen würden vermisst.

Rettungskräfte suchen nach Verschütteten | Bildquelle: dpa
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Rettungskräfte suchen nach Verschütteten.

Der Lift zwischen dem Dorf und der Station Les Violettes wurde für den Skibetrieb geschlossen und war nur noch in Betrieb, um Retter nach oben zu bringen, wie eine Sprecherin der Bergbahnen sagte.

Die Lawine hatte sich auf einer Länge von 300 Metern gelöst. Zu diesem Zeitpunkt galt in der Region die zweitniedrigste von fünf Lawinen-Gefahrenstufen. Dass sich die Schneemassen dennoch lösten, könnte auf die Sonneneinstrahlung zurückgeführt werden.

In seinem täglichen Warnbericht schreibt das Schweizer Institut für Schnee und Lawinenforschung, wegen der Sonne und der tageszeitlichen Erwärmung seien an sehr steilen, besonnten Hängen unterhalb von rund 2500 Metern Nass- und Gleitschneelawinen zu erwarten.

Die Behörden haben eine Untersuchung eingeleitet. Es soll geklärt werden, ob eine Person oder das Wetter die Lawine ausgelöst hat. Nach Abschluss der Analyse soll entschieden werden, ob wegen fahrlässiger Körperverletzung ermittelt wird.

In knapp 3000 Metern Höhe

Das Unglück ereignete sich an den Hängen des knapp 3000 Meter hohen Berges Pointe de la Morte. Crans-Montana liegt im Kanton Wallis im Südwesten der Schweiz. Betroffen war die Piste Kandahar, wie die Bergbahnen mitteilten. Auf der Webseite der Skiregion heißt es, dass sie zu einer "Skiroute schwere Klasse" gehört.

In Crans-Montana soll am kommenden Wochenende das FIS-Ski-Weltcuprennen stattfinden.

Vier Verletzte nach Lawine in der Schweiz? Polizei vermutet weitere Verschütte
Karl Dietrich Mäurer, ARD Zürich
19.02.2019 21:00 Uhr

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Mit Informationen von Dietrich Karl Mäurer, ARD-Studio Zürich

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 19. Februar 2019 um 19:23 Uhr.

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