Suchaktion nach dem Lawinenabgang bei Andermatt, Schweiz | Bildquelle: dpa

Österreich und Schweiz Lawinen verschütten Skipisten

Stand: 26.12.2019 19:51 Uhr

Skipisten werden eigentlich vor Lawinen gesichert. Am zweiten Weihnachtstag sind aber gleich in zwei Skigebieten der Alpen Lawinen auf geöffnete Abfahrten niedergegangen. Mehrere Skifahrer wurden verschüttet.

Bei Andermatt in der Schweiz ist eine Lawine auf eine markierte und geöffnete Skipiste niedergegangen. Sechs Skiläufer - alle aus der Schweiz - wurden verschüttet. Vier von ihnen konnten sich selbst befreien, zwei wurden von Rettungskräften geborgen und leicht verletzt mit dem Hubschrauber in ein Krankenhaus geflogen.

Aufgrund von Zeugenaussagen war zunächst vermutet worden, dass noch weitere Menschen unter dem Schnee liegen könnten. Deshalb war der Lawinenkegel bis zum Abend abgesucht worden. Erst gegen 18.15 Uhr beendete die Einsatzleitung die Suche. Man sei sich sicher, dass die Lawine keine weiteren Menschen verschüttet habe.

Die Lawine hatte sich laut Polizeiangaben gegen 10.50 Uhr gelöst - warum, ist noch unklar. Das Skigebiet war zu diesem Zeitpunkt gut besucht.

Lawinenabgang bei Andermatt, Schweiz | Bildquelle: Marc Ruppert via REUTERS
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Auf dem Handy-Foto eines Augenzeugen ist der Hang im Skigebiet von Andermatt zu sehen, auf dem die Lawine abging.

Lawinenkommission gibt Skipisten frei

In der Region gilt die dritte von fünf Lawinenwarnstufen. Das bedeutet: "erhebliche Lawinengefahr". Markierte Skipisten werden aber eigentlich gesichert und nur freigegeben, wenn die Lawinenkommission keine Bedenken hat. Dass eine Lawine auf eine geöffnete Skipiste abgeht, kommt daher auch nur äußerst selten vor. Im vergangenen Winter war bei einem solchen Unglück in Crans Montana im Schweizer Kanton Wallis ein Skifahrer ums Leben gekommen.

Drei Lawinen in Skigebiet in Österreich

Auch im Skigebiet Ankogel in Österreich sind Lawinen abgegangen. Einem Bericht des ORF zufolge lösten sich im Tagesverlauf insgesamt drei Lawinen, die teilweise auch gesicherte Pisten trafen. In einem Fall wurden vier Menschen bis zu den Hüften verschüttet. Sie konnten sich dem Bericht zufolge aber selbst befreien.

Die Betreiberfirma der Bergbahnen machte Skifahrer, die außerhalb der gesicherten Pisten unterwegs waren, verantwortlich. Sie sprach von "rücksichtslosem Verhalten von Freeridern".

Zwei Leichtverletzte nach Lawinenabgang in der Schweiz
Karl Dietrich Mäurer, ARD Zürich
26.12.2019 18:05 Uhr

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Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 26. Dezember 2019 um 17:00 Uhr.

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