Leuchtturm in Dänemark wird versetzt | Bildquelle: AP

Dänische Westküste 700 Tonnen Leuchtturm ziehen um

Stand: 22.10.2019 14:26 Uhr

Früher einmal war der Leuchtturm Rubjerg Knude Fyr rund 200 Meter vom Meer entfernt. Doch wegen der Küstenerosion steht er nun zu nah an einer Abbruchkante. Deshalb muss der 700-Tonnen-Koloss umziehen.

Von Katharina Kaufmann, ARD-Studio Stockholm

Es ist ein Umzug der besonderen Art: Seit neun Uhr am Morgen ist der 118 Jahre alte Leuchtturm Rubjerg Knude Fyr in Bewegung. Zentimeter für Zentimeter geht es für das 23 Meter hohe Bauwerk aus grauem Gestein voran. Ein Bauunternehmen hatte zuvor bereits das Fundament des Turms mit großen, kräftigen Stahlträgern verstärkt. Im Anschluss war er von einer Kran-Firma auf eine Art Rollschuh gesetzt und dann auf Schienen gehoben worden.

Jetzt schieben Hydraulikpressen den rund 700 Tonnen schweren Rubjerg Knude Fyr zu seinem neuen Standort. "Die ganze Landzunge ist in der Eiszeit entstanden", erklärt Projektleiter Thomas Lomholt. "Die geologischen Schichten verlaufen hier praktisch senkrecht. Und der Leuchtturm steht ganz dicht an der Abbruchkante. Das gibt es viele Unsicherheiten." Am Anfang habe zum Beispiel das Risiko bestanden, dass der Turm beim Anheben umkippt.

Leuchtturm in Dänemark wird verschoben und vor Absturz gerettet
nachtmagazin 00:25 Uhr, 23.10.2019, Christian Stichler, ARD Stockholm

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Denkmalgeschützt

Insgesamt hat der Rubjerg Knude Fyr heute eine Strecke von rund 70 Metern vor sich. Die nationale Naturbehörde will ihn so weit wie möglich von der Uferkante entfernen.

Der Turm ist schon seit dem Jahr 1968 nicht mehr in Betrieb. Er ist denkmalgeschützt und gilt als das prominenteste Wahrzeichen Jütlands.

Entsprechend groß ist der Besucherandrang. Mehrere Tausend Schaulustige reihen sich seit dem frühen Morgen entlang der errichteten Absperrgitter und beobachten jeden Zentimeter, den der Rubjerg Knude Fyr zurück legt. Unter ihnen ist auch Birgit Frederiksen: "Wir sind 1962 hierher gezogen. Ich habe hier mit meinem Vater, meiner Mutter und meinen beiden Zwillingsschwestern das ganze Jahr über gelebt. Ich bin also in diesem großen Sandkasten aufgewachsen."

Leuchtturm in Dänemark wird versetzt | Bildquelle: Henning Bagger/EPA-EFE/REX
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Der technische Aufwand ist enorm: Das gesamte Bauwerk muss auf Schienen gesetzt werden.

Großes öffentliches Interesse

Die Gemeinde Hjørring in Nord-Jütland hatte sich bei den Plänen zum Leuchtturm-Umzug von Anfang an auf Schaulustige eingestellt. Das Angebot an Übernachtungsmöglichkeiten wurde ausgeweitet und Shuttle-Busse eingerichtet. Auf großen Informationstafeln kann sich jeder Interessierte genau erklären lassen, was heute geschieht.

Maurermeister Kjeld Pedersen aus Lønstrup hat den Umzug mit geplant und vorbereitet. Er freut sich über das öffentliche Interesse: "Das ist doch wunderbar! Wir haben zwar damit gerechnet, dass heute einige interessierte Besucher hier sein werden." Es wurde im Vorfeld auch viel über den Umzug berichtet. "Aber dass dann so viele Menschen wie heute hier sein würden, das hatte ich nicht erwartet. Es sind besonders viele Gäste und Reporter aus Deutschland hier. Ich finde das toll!"

Kosten: rund 700.000 Euro

Heute Abend soll der Leuchtturm sein neues Zuhause erreicht haben. Dort wird die Baufirma dann die Stahlträger aus dem Fundament entfernen und dieses eingraben.

Der Umzug des Rubjerg Knude Fyr ist ein kostspieliger Prozess. Im dänischen Haushalt sind umgerechnet rund 700.000 Euro dafür vorgesehen. Die Gemeinde Hjørring hofft, dass am Ende noch ein paar Kronen übrig sein werden. Dann soll der Leuchtturm an seinem neuen Standort auch noch einen neuen Anstrich bekommen. 

Ein Leuchtturm zieht um
Katharina Kaufmann, ARD Stockholm
22.10.2019 13:16 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 22. Oktober 2019 um 14:00 Uhr.

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