Ein französischer Suchhund steht auf einem Trümmerberg in Beirut. | Bildquelle: AP

Nach Explosionen im Libanon Immer noch Dutzende Vermisste

Stand: 08.08.2020 11:44 Uhr

Die Folgen der gewaltigen Explosionen in Beirut sind verheerend: Mehr als 150 Menschen sind tot, rund 5000 Verletzte müssen versorgt werden. Und noch immer fehlt von vielen Einwohnern jede Spur.

Vier Tage nach den verheerenden Explosionen in Beirut werden in der libanesischen Hauptstadt immer noch rund 45 Menschen vermisst. 154 Menschen seien gestorben und mehr als 5000 verletzt worden, sagte ein Vertreter des Gesundheitsministeriums. Rettungskräfte aus dem Libanon, Deutschland, Frankreich, Russland und vielen anderen Ländern suchen in den Trümmern weiter nach Überlebenden.

Am Dienstagabend hatten zwei gewaltige Explosionen den Hafen von Beirut erschüttert. 25 Tote konnten nach Angaben des Gesundheitsministeriums bislang nicht identifiziert werden. Von den mehr als 5000 Verletzten schwebten am Freitag noch mindestens 120 in Lebensgefahr, rund 300.000 Menschen wurden obdachlos. Große Teile des Beiruter Hafens sind vollständig zerstört, die umliegenden Wohngebiete stark beschädigt.

Regierungskritische Proteste nach der Explosionskatastrophe in Beirut
tagesschau 17:00 Uhr, 08.08.2020, Marie-Kristin Boese, SWR

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Großdemonstration gegen Regierung geplant

Nach Regierungsangaben waren am Dienstag 2750 Tonnen Ammoniumnitrat explodiert, das jahrelang ohne geeignete Vorsichtsmaßnahmen im Hafen gelagert gewesen war. Ammoniumnitrat kann für Düngemittel oder zur Herstellung von Sprengstoff verwendet werden. Die genauen Ursachen der Katastrophe sind noch ungeklärt. 16 Mitarbeiter der Zoll- und Hafenbehörde wurden festgenommen.

Der libanesische Präsident Michel Aoun hatte am Freitag vor Journalisten gesagt, bei den Ermittlungen solle untersucht werden, ob die Explosion durch Fahrlässigkeit verursacht worden sei. Es solle aber auch geprüft werden, ob es möglicherweise eine "ausländische Einmischung" durch eine Rakete oder Bombe gegeben habe. Dafür gibt es bislang allerdings keinerlei Anzeichen. Mittlerweile unterstützt die internationale Polizeiorganisation Interpol die Ermittlungen.

Viele Libanesen sehen die Katastrophe als Beleg für das Versagen und die Korruption der politischen Führung. Der Libanon steckt schon seit Jahren in einer schweren Wirtschafts- und Währungskrise. Seit Monaten gibt es immer wieder Massenproteste gegen die Regierung. Zu einer Großdemonstration unter dem Motto "Gerechtigkeit für die Opfer, Rache an der Regierung" werden in Beirut heute mehrere tausend Menschen erwartet.

US-Regierung verspricht schnelle Hilfe

US-Außenminister Mike Pompeo bekräftigte die Zusage von 17 Millionen Dollar an Katastrophenhilfe für den Libanon. "Wir sind weiterhin bereit, die Menschen im Libanon zu unterstützen, während sie sich von der schrecklichen Explosion am 4. August erholen", twitterte Pompeo. "Alle von dieser Tragödie Betroffenen bleiben in unseren Gedanken und Gebeten." Zugleich forderte er in einer vom State Department verbreiteten Erklärung eine "gründliche und transparente" Untersuchung des Unglücks.

US-Präsident Donald Trump sagte derweil seine Teilnahme an der von Frankreich organisierten internationalen Geberkonferenz für den Libanon zu. "Alle wollen helfen", schrieb Trump nach einem Telefonat mit seinem französischen Kollegen Emmanuel Macron auf Twitter. Er werde sich am Sonntag an der von Macron initiierten Videokonferenz mit Vertretern der libanesischen Regierung und zahlreicher anderer Länder beteiligen.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 08. August 2020 um 09:00 Uhr.

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