Ein Mann geht durch einen zerstörten Stadtteil in Beirut. | Bildquelle: AP

Nach Explosion im Libanon Interpol hilft bei Ermittlungen

Stand: 08.08.2020 03:21 Uhr

Interpol hat den libanesischen Behörden Hilfe bei den Ermittlungen zu der Ursache der gewaltigen Explosionen in Beirut zugesagt. Dort wurden führende Hafen-Verantwortliche festgenommen.

Nach der verheerenden Explosion in Beirut mit mehr als 150 Toten unterstützt die internationale Polizeiorganisation Interpol die örtlichen Behörden mit Experten. Dabei gehe es unter anderem um die Identifizierung von Opfern. Interpol werde jegliche Hilfe leisten, die vom Libanon beantragt werde, erklärte Generalsekretär Jürgen Stock.

Rettungshelfer suchten in der libanesischen Hauptstadt nach weiteren Überlebenden der Explosion. Rund 5000 Menschen waren bei der Katastrophe am Dienstag verletzt worden. Interpol mit 194 Mitgliedstaaten ist nach eigenen Angaben die weltweit größte Polizeiorganisation.

Weitere UN-Hilfe für den Libanon
tagesschau24 09:00 Uhr, 08.08.2020, M.-K. Boese, A. Bühler, SWR

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Führende Hafen-Vertreter festgenommen

Drei Tage nach der verheerenden Explosion sind im Libanon derweil Verantwortliche des Hafens der libanesischen Hauptstadt festgenommen worden. Dazu zählten Zoll-Chef Badri Dahir, dessen Vorgänger Schafik Mirhi und Hafendirektor Hassan Kuraitim, meldete die staatliche libanesische Nachrichtenagentur NNA. Die Entscheidung sei im Zuge von Ermittlungen zu den Hintergründen der Explosion getroffen worden, hieß es weiter. Bereits am Vorabend waren 16 Hafenmitarbeiter festgenommen worden. Nach Justizangaben wurden bislang 18 Personen vernommen.

Nach bislang unbegründeten Spekulationen, die Explosion könne möglicherweise doch kein Unfall gewesen sein, hat die schiitische Hisbollah jede Verantwortung zurückgewiesen. Er erkläre entschieden, dass seine Organisation nichts im Hafen habe, sagte Hisbollah-Chef Hassan Nasrallah in einer Fernsehansprache: "Kein Waffenlager, keine Raketen, keine Gewehre, keine Bombe, keine Kugeln, kein Nitrat. Absolut nichts, weder jetzt, noch früher, noch in Zukunft." Er wies auch den Vorwurf zurück, die Hisbollah kontrolliere den Hafen.

Libanesische Minister mit Wut und Beschimpfungen bedacht

Zwei Mitglieder der libanesischen Regierung haben im Hafen von Beirut die Wut der Menschen zu spüren bekommen. Auf Videos in den sozialen Netzwerken ist zu sehen, wie Bildungsminister Tarek Majzoub mit einem Besen in der Hand vor die Tür geht, um bei den Aufräumarbeiten zu helfen. Die freiwilligen Helfer auf der Straße begrüßten ihn mit lautstarken Rücktrittsforderungen, Majzoub zog sich schließlich wieder zurück.

Am Donnerstag besuchte Justizminister Marie-Claude Najm das zerstörte Viertel Gemmayze, wie gleichfalls auf Videos im Internet zu sehen ist. Menschen auf der Straße forderten ebenfalls seinen Rücktritt, beleidigten ihn und bespritzten ihn mit Wasser - ungeachtet der Militärs, die ihn begleiteten. "Korruptionsminister, nicht Justizminister", warf ihm ein Anwohner vor.

Trump nimmt an Libanon-Geberkonferenz teil

US-Präsident Donald Trump hat derweil seine Teilnahme an der von Frankreich organisierten internationalen Geberkonferenz für den Libanon zugesagt. "Alle wollen helfen", schrieb Trump nach einem Telefonat mit seinem französischen Kollegen Emmanuel Macron im Kurzbotschaftendienst Twitter. Er werde sich am Sonntag an der Videokonferenz mit Macron sowie Vertretern der libanesischen Regierung und zahlreicher anderer Länder beteiligten. 

Bei der von Macron initiierten Videokonferenz sollen Spenden für die humanitäre Nothilfe im Libanon gesammelt werden. Für die EU werden Ratspräsident Charles Michel und der Kommissar für humanitäre Hilfe, Janez Lenarcic, an der Videokonferenz teilnehmen.

Trump sicherte dem Libanon zudem Hilfen zu. Er habe dem libanesischen Präsidenten Michel Aoun gesagt, drei große US-Flugzeuge seien auf dem Weg nach Beirut, twitterte Trump am Freitag. Sie hätten Medizinausrüstung, Nahrung, Wasser sowie Rettungskräfte an Bord. Laut US-Behördenangaben werden die Hilfen einen Wert von mehr als 15 Millionen Dollar haben. Mit den Medikamenten und sonstigen medizinischen Gütern könnten bis zu 60.000 Personen drei Monate lang versorgt werden.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 07. August 2020 um 20:00 Uhr.

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