Angriff auf Keksfabrik nahe Tripolis | Bildquelle: AFP

Libyen Sieben Tote bei Angriff auf Keksfabrik

Stand: 18.11.2019 20:33 Uhr

In Libyen sind bei einem Luftangriff auf eine Keksfabrik nahe Tripolis mindestens sieben Menschen getötet worden. Mindestens 33 weitere Menschen wurden verletzt. Die Regierung machte den abtrünnigen General Haftar verantwortlich.

Bei einem Luftangriff auf eine Keksfabrik in Wadi Rabi, einem Vorort der libyschen Hauptstadt Tripolis, sind mindestens sieben Menschen getötet worden. Mindestens 33 weitere Menschen wurden nach Angaben des libyschen Gesundheitsministeriums verletzt. Vor dem UN-Sicherheitsrat sprach der Sondergesandte für Libyen sogar von zehn Toten. Es handele sich möglicherweise um ein Kriegsverbrechen.

Noch ist allerdings unklar, ob die Fabrik absichtlich attackiert wurde. Nach Angaben der Behörden wurde das Gebäude direkt von einer Rakete getroffen. Bei den Toten handele es sich um fünf ausländische Arbeiter aus Bangladesch, Ägypten und dem Niger sowie um zwei Libyer.

Regierung macht Rebellen verantwortlich

Regierungstreue Kräfte erklärten auf Facebook, "Drohnen der Vereinigten Arabischen Emirate" hätten den Anschlag verübt, um den abtrünnigen General Chalifa Haftar zu unterstützen. Der südliche Vorort Wadi Rabi ist seit dem Beginn der Offensive der Truppen von General Haftar im April dieses Jahres Schauplatz heftiger Kämpfe.

Haftars Einheiten kämpfen mit regierungstreuen Truppen um die Vorherrschaft in Tripolis. Seitdem wurden bei zahlreichen Gefechten Hunderte Menschen getötet, Tausende ergriffen die Flucht. In den vergangenen Monaten waren die Kämpfe abgeflaut. Die Konfliktparteien verschanzten und beschossen sich in ihren Stellungen im Süden von Tripolis.

Über dieses Thema berichtete MDR aktuell am 18. November 2019 um 21:13 Uhr.

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