Kämpfer einer bewaffneten Gruppe mit Sitz in Misrata, die Ministerpräsident Fajis al-Sarradsch treu ergeben ist, bereiten ihre Munition vor. | Bildquelle: dpa

Kämpfe in Libyen Mehr als 50 Tote und Dutzende Verletzte

Stand: 11.04.2019 14:38 Uhr

Vor einer Woche haben die Kämpfe um die libysche Hauptstadt Tripolis begonnen. Mehr als 50 Menschen wurden seitdem getötet, Dutzende verletzt. Hilfe erreicht die Menschen nur schleppend.

Vergangenen Donnerstag hatte der mächtige General Chalifa Haftar seinen Truppen den Vormarsch auf die libysche Hauptstadt Tripolis befohlen. Ihm werden Ambitionen nachgesagt, die Macht in Libyen an sich reißen zu wollen. Die von den Vereinten Nationen unterstützte Einheitsregierung ordnete eine Gegenoffensive an.

Seitdem wurden bei den Kämpfen mindestens 56 Menschen getötet und 266 verletzt. Unter den Opfern seien auch zwei Ärzte, wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) mitteilte. Vor allem im Süden von Tripolis gab es in den vergangenen Tagen heftige Gefechte. Der einzig verbliebene Flughafen von Tripolis wurde angegriffen und stellte seinen Betrieb zeitweise ein.

Humanitäre Hilfe durch Kämpfe erschwert

Helfer lieferten seitdem täglich Verletzte in die Krankenhäuser der Region Tripolis ein. Diese Beobachtungen schilderte Syed Dschaffar, WHO-Repräsentant in Libyen. Tausende Menschen sind laut WHO auf der Flucht oder sitzen in Konfliktgebieten fest.

Humanitäre Hilfe in der Krisenregion sei schlecht zu organisieren, da schwerer Beschuss der Konfliktparteien die Arbeit der Mediziner behindere. Die Organisation versuche dennoch, Feldlazarette und medizinische Teams in die Konfliktregion zu schicken.

Eine Straße mit zerstörten Häuserfronten in der ostlibyschen Stadt Bengasi. | Bildquelle: AFP
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Eine Straße mit zerstörten Häuserfronten in der ostlibyschen Stadt Bengasi.

Absage einer Nationalen Konferenz durch Vereinte Nationen

Die Kämpfe veranlassten die Vereinten Nationen zur Absage einer Nationalen Konferenz über eine friedliche Zukunft Libyens, die am kommenden Sonntag beginnen sollte.

Nach dem Sturz des früheren Diktators Muammar al Ghaddafi 2011 war Libyen in einem blutigen Chaos versunken. Dutzende Milizen und bewaffnete Gruppen ringen seitdem um die Macht und die Kontrolle über die Bodenschätze.

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