Karte Libyen mit den Städten Tripolis und Morsuk

Kämpfe im Süden Tote nach Luftangriff in Libyen

Stand: 05.08.2019 19:46 Uhr

Bei einem Luftangriff im Süden Libyens sind nach Behördenangaben mehr als 40 Menschen getötet und Dutzende verletzt worden. Libyens international anerkannte Regierung macht die Truppen des von General Haftar dafür verantwortlich.

Libyens international anerkannte Regierung macht die Truppen des libyschen Generals Chalifa Haftar für einen Luftangriff mit Dutzenden Toten verantwortlich. Bei der Bombardierung der Stadt Mursuk im Süden des Landes seien mindestens 43 Zivilisten ums Leben gekommen, sagte das lokale Ratsmitglied Mohammed Omar. 61 Menschen seien verletzt worden.

Unabhängige Quellen, die dies bestätigen könnten, gibt es bislang nicht. Haftars selbst ernannte Libysche Nationalarmee (LNA) teilte mit, sie habe in Mursuk "Banden" angegriffen, die von Terroristen unterstützt würden.

Haftar-Milizen und Regierungstruppen

Haftar hatte im April eine Offensive auf die Hauptstadt Tripolis angeordnet, um die international anerkannte Regierung von dort zu vertreiben. Er ist verbündet mit einer konkurrierenden Regierung im Osten des nordafrikanischen Bürgerkriegslandes. Seit der Offensive wurden den UN zufolge mehr als 100.000 Menschen vertrieben.

Die lokale Parlamentsabgeordnete Rahma Abu Bakr erklärte, der Luftangriff habe sich gegen ein Wohngebiet gerichtet. Er sei als Vergeltung für den Widerstand des dortigen Tubu-Stammes gegen Haftars Truppen erfolgt.

Im ölreichen Libyen herrscht seit dem Sturz des lnagjährigen Machthabers Muammar al-Gaddafi 2011 Bürgerkriegschaos, in dem zahlreiche Milizen um Einfluss kämpfen. Haftar versucht mit seiner Armee, die Kontrolle über Libyen zu gewinnen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 05. August 2019 um 14:00 Uhr.

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