Rettungsboot Lifeline (Archivbild) | Bildquelle: AXEL STEIER/HANDOUT/EPA-EFE/REX/

Rettungsschiff im Mittelmeer "Lifeline"-Kapitän zu Geldstrafe verurteilt

Stand: 14.05.2019 11:13 Uhr

Der Kapitän der "Lifeline" muss in Malta 10.000 Euro an lokale Hilfsorganisationen zahlen. Das Gericht verurteilt ihn, weil das Boot, mit dem er Migranten aus Seenot rettete, nicht ordnungsgemäß registriert war.

Urteil gegen deutschen Kapitän der "Lifeline"
tagesschau 12:00 Uhr, 14.05.2019

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Der Kapitän eines Rettungsschiffs der Dresdner Hilfsorganisation Mission Lifeline ist auf Malta zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Claus-Peter Reisch muss 10.000 Euro an lokale Hilfsorganisationen bezahlen, teilte Mission Lifeline nach dem Urteil mit. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass das Schiff "Lifeline" nicht ordnungsgemäß registriert gewesen sei, als es in maltesische Gewässer steuerte.

Reisch kündigte an, das Urteil anzufechten und in die nächste Instanz zu gehen. Der 58-Jährige stand auf Malta seit Anfang Juli 2018 vor Gericht. Der Prozess hatte sich immer wieder verzögert. Insgesamt gab es acht Verhandlungstage. Ein Sprecher der Hilfsorganisation kritisierte das Urteil: "Das ist hanebüchen. Es ist klar, dass das ein politisches Urteil ist, es hat nichts mit Recht zu tun."

Hohe Kosten durch Prozess

Das Schiff wird aber nicht beschlagnahmt, weil es der Organisation und nicht dem Kapitän gehört, hieß es weiter. Es durfte wegen des Prozesses nicht aus Malta auslaufen. Es im Hafen einsatzbereit zu halten, kostet den Verein nach eigenen Angaben pro Tag rund 500 Euro. Die Hilfsorganisation finanziert sich über Spenden.

"Lifeline" lange blockiert

Der Kapitän aus dem bayerischen Landsberg am Lech hatte vergangenen Juni mit dem Schiff "Lifeline" mehr als 230 Migranten vor der libyschen Küste aus dem Mittelmeer gerettet.

Tagelang wurde dem Schiff, das unter niederländischer Flagge fuhr, von Anrainerstaaten das Anlegen verweigert. Es durfte erst in Malta anlegen, nachdem mehrere EU-Staaten zugesagt hatten, die Flüchtlinge aufzunehmen. Private Seenotretter sahen hinter den juristischen Ermittlungen eine politische Kampagne, um die Rettung von Migranten zu erschweren und NGOs zu kriminalisieren.

Seit dem Amtsantritt der populistischen Regierung in Italien vor einem Jahr sind die Häfen dort für private Seenotretter weitestgehend geschlossen. Auch Malta weigerte sich mehrmals gegen die Aufnahme von Migranten von NGO-Schiffen und will eine gerechte Verteilung der Menschen auf alle EU-Staaten.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 14. Mai 2019 um 12:00 Uhr.

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