Israels Premier Netanyahu | Bildquelle: Sebastian Scheiner/POOL/EPA-EFE/

Wahl des Likud-Chefs Netanyahu erklärt sich zum Sieger

Stand: 26.12.2019 23:40 Uhr

Die Hälfte der 116.000 Likud-Mitglieder hat sich an der Abstimmung über den künftigen Parteivorsitzenden beteiligt. Kurz nach Ende der Stimmabgabe erklärte sich Amtsinhaber Netanyahu zum Sieger.

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu bleibt offenbar Chef der Likud-Partei. Auf Twitter verkündete er seinen Sieg bei der parteiinternen Wahl des Likud-Vorsitzenden. "Ein großer Sieg! Danke an die Likud-Mitglieder für ihr Vertrauen, Unterstützung und Liebe", schrieb er. Zuvor hatte der israelische Sender Channel 12 über eine Nachwahlbefragung berichtet, derzufolge Netanyahu 71,5 Prozent der Stimmen erhalten habe und sein Herausforderer Gideon Saar 28,5 Prozent.

Saar gratulierte Netanyahu am frühen Freitagmorgen zum Erfolg. "Meine Freunde und ich stehen hinter ihm (Netanyahu) in der Kampagne für den Erfolg von Likud in den Wahlen", twitterte Saar.

Hälfte der Mitglieder gab die Stimme ab

Offiziell will die Partei die Ergebnisse der Abstimmung am Morgen bekannt geben. Von den 116.000 Likud-Mitgliedern beteiligten sich den Angaben zufolge knapp 49 Prozent an der Wahl des Parteichefs.

Netanyahu steht seit 14 Jahren an der Spitze des Likud. Mit der aktuellen Bestätigung durch die Mitglieder im Rücken wird er die Partei auch in die Neuwahlen im März führen - die dritten Parlamentswahlen innerhalb von zwölf Monaten. Nach den Urnengängen im April und im September dieses Jahres gelang es Netanyahu nicht, eine Regierung zu bilden. Der Ministerpräsident steht zudem wegen einer Korruptionsanklage unter Druck. Dennoch war seine Wiederwahl als Likud-Chef erwartet worden.

Gideon Saar | Bildquelle: AFP
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Gideon Saar war der einzige Herausforderer Netanyahus.

Herausforderer Gideon Saar war früher Innen- und Erziehungsminister. Mit seiner Kandidatur brachte er sich auch für die Ära nach Netanyahu in Stellung. Der 53-jährige Jurist vertritt Positionen, die politisch noch weiter rechts als die von Netanyahu einzuordnen sind.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 27. Dezember 2019 um 06:00 Uhr.

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