Flugzeuge der Fluggesellschaft Lion Air stehen auf dem International Airport auf Bali. | Bildquelle: dpa

189 Menschen an Bord Passagierflugzeug in Indonesien abgestürzt

Stand: 30.10.2018 11:19 Uhr

Ein Passagierflugzeug der indonesischen Fluggesellschaft Lion Air ist in Jakarta ins Meer abgestürzt. An Bord waren 189 Menschen. Laut Fluggesellschaft war die Maschine neu, hatte aber technische Probleme.

In Indonesien ist ein Flugzeug der Fluggesellschaft Lion Air mit 189 Menschen kurz nach dem Start in Jakarta abgestürzt. Das Flugzeug sei ins Meer gestürzt, teilten die indonesischen Rettungsbehörden mit. Der Kontakt zu der Maschine brach Behörden zufolge 13 Minuten nach dem Start ab. An Bord des Fluges JT610 befanden sich neben 181 Passagiere, darunter ein Kind und zwei Babys, insgesamt acht Crewmitglieder.

Plötzlich Höhe verloren

Die Maschine stieg nach den Aufzeichnungen des Towers in Jakarta auf 5000 Fuß, verlor plötzlich Höhe, stieg wieder und fiel ins Meer. Ihre letzte Position befand sich 15 Kilometer vor der indonesischen Küste. "Wir können momentan keinerlei Kommentar geben", erklärte ein Sprecher von Lion Air. "Wir müssen erst alle Informationen und Daten sammeln."

Ölteppich vor der Küste: Möglicher Absturzort der Lion Air | Bildquelle: AFP
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Ölteppich auf dem Meer: Es könnte der mögliche Absturzort der Lion Air sein.

Erste Gegenstände entdeckt

Inzwischen entdeckten die Rettungsdienste erste Trümmerteile. Die Hoffnung, noch Überlebende zu finden, ist gering. Es wird vermutet, dass das Wrack in einer Tiefe von etwa 35 Metern im Meer liegt. Auf dem Wasser ist ein größerer Ölteppich zu sehen.

Der Sprecher der indonesischen Katastrophenschutzbehörde, Sutopo Purwo Nugroho, twitterte Fotos, auf denen geborgene Gegenstände zu sehen waren - etwa ein Smartphone, Bücher und Taschen.

Maschine erst seit August in Betrieb

Bei dem Flugzeug handelte es sich um eine Boeing 737 MAX. Es ist der erste Absturz einer Maschine dieses Typs, der erst 2017 in Dienst gestellt wurde. Laut der Fluggesellschaft sei die Maschine erst seit August im Betrieb und voll flugtauglich gewesen.

Der Vorstandschef der Fluggesellschaft, Edward Sirait, berichtete, dass der Pilot der Boeing 737 kurz nach dem Start um Erlaubnis gebeten habe, zum Flughafen Jakarta zurückzukehren. Sirait bestätigte, dass die Maschine zuvor schon ein technisches Problem gehabt habe. Dies sei jedoch vor dem Flug am Montag behoben worden.

Pilot und Co-Pilot waren laut Lion Air erfahren. Es sei nicht geplant, den Rest der Boeing-737-MAX-Flotte am Boden zu lassen.

Fluggesellschaft setzt moderne Jets ein

Die indonesische Billigfluglinie Lion Air wurde 1999 gegründet. Die stark expandierende Gesellschaft setzt moderne Jets der Hersteller Boeing und Airbus ein und fliegt hauptsächlich Ziele innerhalb Indonesiens an. Allerdings stehen auch einige wenige Auslandsziele auf dem Streckenplan von Lion Air. Derzeit umfasst die Luftflotte knapp über 100 Maschinen. Die Fluggesellschaft stellt täglich mehr als 600 Flüge bereit.

Allerdings ist die Geschichte der Airline nicht ganz pannenfrei: Bei der Fluglinie gab es zu letzt 2004 einen Unfall mit verheerendem Ausgang. Damals starben 25 Menschen, als ein Flugzeug vom Modell DC-9 über der Stadt Solo in Zentral-Java bei einem Unwetter abstürzte.

2013 verpasste eine Boeing 737-800 von Lion Air eine Landebahn auf der Ferieninsel Bali. Die Maschine krachte schließlich ins Meer - alle 108 Personen an Bord überlebten den Unfall.

Mit Informationen von Holger Senzel, ARD-Studio Singapur

Flugzeug mit 189 Menschen in Java-See gestürzt
Holger Senzel, NDR Singapur
29.10.2018 08:06 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 29. Oktober 2018 um 07:00 Uhr.

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