Der neue litauische Präsident Nausedas | Bildquelle: Valda Kalnina/EPA-EFE/REX

Litauen Politik-Neuling wird Präsident

Stand: 26.05.2019 22:42 Uhr

Er hat zwar keinerlei politische Erfahrung, aber er hat sich in Litauen als Ökonom einen Namen gemacht. Nach dem klaren Sieg bei der Präsidentschaftswahl ist Gintanas Nauseda der neue Hoffnungsträger.

In Litauen hat der Politik-Neuling Gintanas Nauseda die Präsidentschaftswahl gewonnen. Nach Auszählung von mehr als zwei Dritteln aller Wahlbezirke kommt der 55 Jahre alte Ökonom bei der Stichwahl auf gut 70 Prozent der abgegebenen Stimmen, wie die staatliche Wahlkommission in Vilnius mitteilte. Seine Rivalin, Ex-Finanzministerin Ingrida Simonyte, räumte ihre Niederlage ein.

"Ich gratuliere Gitanas und wünsche ihm Erfolg dabei, die litauische Nation hinter sich zu vereinen", sagte Simonyte dem Fernsehsender LRT. Unterstützer sehen in Nauseda die Chance auf einen Präsidenten, der über den politischen Lagern steht. Er ist parteilos, gilt als moderat und hat sich in Litauen mit klaren Positionen zu Wirtschafts- und Finanzthemen einen Namen gemacht. Im Wahlkampf nannte der Wirtschaftswissenschaftler als Ziele den Aufbau eines "Wohlfahrtsstaats" und "mehr politischen Frieden".

Im ersten Wahlgang lag er noch hinten

Den ersten Wahlgang am 12. Mai mit insgesamt neun Kandidaten hatte die 44-jährige Simonyte mit 31,3 Prozent der Stimmen noch hauchdünn vor Nauseda mit 30,9 Prozent gewonnen. Die bisherige litauische Staatspräsidentin Dalia Grybauskaite konnte nach zwei Amtszeiten verfassungsgemäß nicht wieder kandidieren. Die Wahlbeteiligung lag nach vorläufigen Angaben bei 53,4 Prozent.

In Litauen hat das Staatsoberhaupt vorwiegend repräsentative Aufgaben, im Vergleich zum deutschen Bundespräsidenten aber weitergehende Kompetenzen in der Außen- und Verteidigungspolitik - so vertrat Grybauskaite ihr Land regelmäßig bei EU-Gipfeln.

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