Emmanuel Macron  | Bildquelle: AFP

Aktionsplan in Frankreich Macron will Frauen vor Gewalt schützen

Stand: 25.11.2017 15:02 Uhr

Horror und Scham - so beschrieb Frankreichs Präsident Macron seine Gefühle angesichts der Gewalt, die Frauen erleiden müssen. In seiner Rede im Elysée-Palast zum "Internationalen Tag der Gewalt gegen Frauen" stellte er einen Aktionsplan vor, der auch schärfere Gesetze beinhaltet.

Frauen und Männer sollten am Ende seiner Legislaturperiode gleichgestellt sein. Dieses Ziel formulierte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron in seiner Rede im Elysée-Palast anlässlich des heutigen "Internationalen Tags der Gewalt gegen Frauen". Zu Beginn gedachte er der 123 Frauen mit einer Schweigeminute, die im Jahr 2016 von ihren Partnern oder Ex-Partnern in Frankreich getötet worden waren.

In seiner Rede erinnerte er daran, dass in Frankreich alle drei Tage eine Frau an den Folgen von Gewalt stirbt, die sie durch einen Partner erfährt. "Unsere Gesellschaft krankt am Sexismus", erklärte er.

Umfassender Aktionsplan

Im Kampf gegen Sexismus und Gewalt gegen Frauen legte Macron einen umfassenden Aktionsplan vor, der auch schärfere Gesetze vorsieht. Das Ministerium für die Gleichstellung von Mann und Frau wolle er mit einem 13 Prozent höheren Etat ausstatten, erklärte er. Ab 2018 sollen zusätzlich 420 Millionen Euro für unterschiedliche Projekte bereitgestellt werden.

So kündigte er Unterrichtseinheiten an öffentlichen Schulen an, um Kinder und Jugendliche über Sexismus aufzuklären und besser zu schützen.

Der Kampf gegen sexuelle Belästigung und sexuelle Gewalt müsse allerdings durch entsprechende Fortbildungen im Erwachsenenalter fortgesetzt werden, erklärte Macron. Auch die Befugnisse der Filmaufsicht wolle er ausweiten, um Videos, die im Internet zirkulierten und zu Gewalt gegen Frauen aufriefen, besser kontrollieren zu können.

Stockfoto: Gewalt gegen Frauen / Häusliche Gewalt, aufgenommen am 07.06.16 (Quelle: dpa / Maurizio Gambarini).
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Im Jahr 2016 starb in Frankreich an jedem dritten Tag eine Frau an den Folgen häuslicher Gewalt. 

Juristische Mittel gegen Belästigung auf der Straße

Außerdem erklärte er, Plätze in Krankenhäusern schaffen zu wollen, um traumatisierte Frauen, die Opfer von Gewalt geworden wären, auch psychologisch zu behandeln. Darüber hinaus solle der Straftatbestand "sexistische Beleidigung" gegen sexuelle Übergriffe und Beleidigungen auf der Straße eingeführt werden.

Damit mehr Menschen sich trauen, Gewalt, Sexismus und Diskriminierung anzuzeigen, werde ein Online-Dienst eingerichtet. Opfer könnten auf diesem Weg schnell und einfach Kontakt mit den Behörden aufnehmen, sagte Macron.

Installation zum "Day for the Elimination of Violence Against Women" | Bildquelle: AFP
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Mit Straßen-Installationen machten Künstler auf Gewalt gegen Frauen aufmerksam.

Noch im Juli sollte das französische Gleichstellungsministerium 7,5 Millionen Euro weniger als bisher erhalten, wie die französische Tageszeitung "Le Monde" berichtete. Diese Etatsenkung war Teil der Einsparungen, die Macron dem französischen Haushalt verordnet hatte. Mit den heute verkündeten Maßnahmen hat Macron diese Senkung wieder rückgängig gemacht.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 25. November 2017 um 14:15 Uhr.

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