Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron  | Bildquelle: REUTERS

Prügelnder Ex-Leibwächter Macron übersteht Misstrauensabstimmungen

Stand: 01.08.2018 03:22 Uhr

In der Affäre um einen mutmaßlich prügelnden Ex-Mitarbeiter von Frankreichs Präsident Macron hat die Regierung zwei Misstrauensabstimmungen im Parlament überstanden. Der Abstimmung ging eine hitzige Debatte voraus.

Rund zwei Wochen nach Bekanntwerden der Affäre um einen mutmaßlich gewalttätigen Mitarbeiter von Staatschef Emmanuel Macron sind zwei Misstrauensanträge im Parlament gescheitert. Die konservativen Republikaner und mehrere linke Parteien hatten die Abstimmungen beantragt, nachdem ein Video von Macrons wichtigstem Sicherheitsmann publik geworden war, auf dem zu sehen ist, wie dieser einen Demonstranten schlägt.

Ein Mitarbeiter von Macron attackiert einen Demonstranten | Bildquelle: AP
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Auf einem von der Zeitung "Le Monde" verbreiteten Video war zu sehen, wie ein ehemaliger Mitarbeiter Macrons einen Demonstranten schlägt und einen Polizeihelm trägt, obwohl er kein Polizist ist.

Die beiden Abstimmungen gewann die Regierung dank ihrer stabilen Mehrheit in der französischen Nationalversammlung problemlos. Der erste Antrag erhielt 143 Stimmen, der zweite 74. 289 wären notwendig gewesen. Der Abstimmung war eine hitzige Debatte vorausgegangen.

Affäre hatte sich zur Krise entwickelt

Die Zeitung "Le Monde" hatte den mittlerweile nicht mehr im Amt befindlichen Sicherheitschef identifiziert. Er ist in der Aufnahme zu sehen, wie er einen jungen Mann bei einem Protest zum Maifeiertag schlägt. Für Macron, der mit seiner Partei mit dem Versprechen von Wandel und Transparenz antrat, hat sich der Vorgang zur größten Krise seiner bisherigen Präsidentschaft entwickelt. Vor allem die Opposition ging den Staatspräsidenten deshalb hart an. Kritiker sprechen von einer Staatsaffäre.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 31. Julia 2018 um 19:10 Uhr.

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