Krankenwagen bringen deutsche Verletzte am Samstag auf dem internationalen Flughafen Funchal, der Hauptstadt der portugiesischen Insel Madeira, zu einem Flugzeug der deutschen Luftwaffe. | Bildquelle: dpa

Busunglück auf Madeira Rücktransport der Verletzten soll starten

Stand: 20.04.2019 11:57 Uhr

Eine Bundeswehr-Maschine ist auf Madeira gelandet: Heute sollen die verletzten deutschen Urlauber des Busunglücks in die Heimat zurückgebracht werden. Die Autopsie der Toten ist inzwischen abgeschlossen.

Nach dem Busunglück auf Madeira mit 29 Toten soll der Rücktransport der überlebenden deutschen Urlauber im Laufe des Tages beginnen. Ein Airbus der Luftwaffe landete am Vormittag auf der Insel. Kurz nach der Landung wurden bereits die ersten Verletzten an Bord des Flugzeugs gebracht.

Mitarbeiter des behandelnden Krankenhauses in der Inselhauptstadt Funchal sagten, zwölf deutsche Urlauber sollten noch heute in ihre Heimat ausgeflogen werden. Ein deutscher Verletzter sei noch nicht reisefähig, ein weiterer bereits am Freitagabend nach Deutschland zurückgekehrt.

Das Krankenhaus hatte empfohlen, die Verletzten nicht schon am Freitag auszufliegen. Insgesamt wurden zwei Tage nach dem Unfall noch 16 der 28 Verletzten im Krankenhaus von Funchal behandelt.

Auf Madeira ist ein Reisebus mit deutschen Urlaubern in die Tiefe gestürzt. | Bildquelle: AP
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Der Reisebus ist in der Gemeinde Caniço in einer Kurve von der Fahrbahn abgekommen und eine Böschung hinunter auf ein Wohnhaus gestürzt.

Identifizierung der Toten vor Abschluss

Der Reisebus mit Dutzenden deutschen Urlaubern war am frühen Mittwochabend in dem Ort Caniço von der Straße abgekommen, hatte sich überschlagen und war einen Abhang hinunter auf ein Haus gestürzt. Als Ursache gilt ein Bremsversagen als wahrscheinlich, offizielle Ermittlungsergebnisse gab es aber noch nicht.

Das Auswärtige Amt hat sich weiterhin nicht dazu geäußert, wie viele Deutsche unter den Todesopfern sind. Das soll erst geschehen, wenn alle Angehörigen informiert sind. Die Autopsie der Opfer wurde inzwischen abgeschlossen, berichten portugiesische Medien unter Berufung auf eine Mitteilung des Justizministeriums.

Im Laufe des Tages würden aus Deutschland aber noch Akten mit Fingerabdrücken und zahnärztlichen Daten erwartet, die die endgültige Identifizierung der Toten ermöglichen sollen, hieß es. Wann Einzelheiten zu den Opfern und ihren Herkunftsorten bekanntgegeben werden sollen, wurde nicht bekannt.

Überlebende und ihre Angehörigen nahmen am Karfreitag in Funchal an einem Gedenkgottesdienst teil. Zu der Trauerfeier hatte die Pfarrerin der deutschsprachigen Evangelischen Kirche auf der Atlantikinsel, Ilse Everlien Berardo, in der Kirche Igreja Presbiteriana eingeladen. Die 45-minütige Veranstaltung, an der auch Portugals Staatspräsident Marcelo Rebelo de Sousa teilnahm, fand hinter verschlossenen Türen statt. "Portugal trauert, Deutschland trauert, und die Solidarität kommt aus dem Herzen beider Nationen, und nicht nur dieser beiden Nationen", sagte Berardo vor Beginn der Trauerfeier. "Wir sind dankbar für alle tröstlichen Worte."

In ganz Portugal gilt eine dreitägige Staatstrauer zum Gedenken an die 29 Todesopfer. Auch vor dem Hotel "Quinta Splendida", in dem die Urlauber wohnten, hingen die Flaggen auf halbmast.

Große Anteilnahme nach Busunglück auf Madeira
tagesthemen 23:15 Uhr, 19.04.2019, Natalia Bachmayer, ARD Madrid

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Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 19. April 2019 um 23:15 Uhr.

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