Nicolàs Maduro, Präsident von Venezuela, spricht während einer landesweiten Fernsehansprache aus dem Miraflores Palast.  | Bildquelle: REUTERS

Mutmaßlicher Anschlag in Caracas Maduro beschuldigt Kolumbien

Stand: 05.08.2018 11:05 Uhr

Nach dem mutmaßlichen Anschlag hat Venezuelas Präsident Maduro schnell einen Schuldigen gefunden: Kolumbien: Im Internet reklamiert eine anonyme Gruppierung die Tat für sich.

Von Christina Fee Moebus, ARD-Studio Mexiko-Stadt

17.41 Uhr, in der venezolanischen Hauptstadt Caracas: Präsident Nicolás Maduro spricht vor Dutzenden Soldaten. Zusammen wollen sie das 81-jährige Bestehen der venezolanischen Nationalgarde feiern. Der Staatschef steht auf einer Tribüne. Neben ihm seine Frau Cilia Flores und einige ranghohe Militärvertreter.

Die Stunde der wirtschaftlichen Erholung sei gekommen, sagt der Staatschef noch - plötzlich ist eine dumpfe Detonation zu hören. Das Fernsehbild wackelt kurz, der Ton bricht zusammen. Schwenk vom Präsidentenpaar zu den Zuschauern. Die fangen an, panisch wegzurennen.

Venezuelas Präsident Maduro entgeht offenbar Attentat
tagesschau 20:00 Uhr, 05.08.2018, Xenia Böttcher, ARD Mexico City

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Sieben Soldaten sollen verletzt worden sein

Kurze Zeit später meldet sich Kommunikationsminister Jorgé Rodriguez zu Wort: Ein Anschlag sei auf Maduro verübt worden. "Es gab mehrere Detonationen, wir können schon mit Sicherheit sagen, dass es sich um Drohnen handelte, die mit Sprengstoff beladen waren. Eine explodierte in der Nähe der Bühne des Präsidenten, andere im Bereich der Militärparade."

Sieben Soldaten sollen verletzt worden sein. Maduro selbst ist bei dem mutmaßlichen Attentat nichts passiert. Er machte für sich auch schnell einen Hauptschuldigen aus. Um etwa 20.00 Uhr können die Venezolaner ihrem Staatschef wieder im Fernsehen einer Ansprache folgen: "Ich habe keinen Zweifel daran, dass die extrem Rechten aus Venezuela zusammen mit den extrem Rechten in Kolumbien schuld sind. Der kolumbianische Präsident Juan Manuel Santos steckt definitiv hinter diesem Attentat." Santos gilt als einer der vehementesten Kritiker Venezuelas in der Region.

Die Ehefrau von Nicolàs Maduro zuckt zusammen. | Bildquelle: dpa
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Die Ehefrau von Nicolàs Maduro zuckt zusammen, als der Knall zu hören ist.

Land steckt in einer tiefen ökonomischen Krise

Indessen reklamierte eine anonyme Gruppe im Internet den Anschlag für sich: "Soldados de Franelas" - "Flanellsoldaten" - nennen sie sich. Bei Twitter geben sie an, eine Gruppe von Militärs und patriotischen Zivilisten zu sein. Der Zusammenschluss schreibt unter anderem: "Unser Ziel ist es, wieder zu Frieden, Demokratie und sauberen Wahlen zurückzukommen."

Inzwischen teilte die venezolanische Regierung mit, es seien sechs Menschen festgenommen worden. Einer der Festgenommen war bereits wegen eines Angriffs auf eine Militärbasis im Jahr 2017 gesucht worden, ein zweiter hatte 2014 an Demonstrationen gegen die Regierung teilgenommen, wie Innenminister Nestor Reverol mitteilte.

Der sozialistische Präsident Maduro war erst im Mai dieses Jahres wiedergewählt worden. Die Bedingungen waren hochumstritten. Einen autoritären Führungsstil werfen Kritiker Maduro vor. Fernab davon kann von einer "wirtschaftlichen Erholung", wie sie der Staatschef in seiner Rede vor den Soldaten anpries, keine Rede sein: Das Land steckt mitten in einer tiefen ökonomischen Krise.

Offenbar Anschlag auf Venezuelas Präsident Maduro
Christina Fee Moebus, ARD Mexiko-Stadt
05.08.2018 10:16 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 05. August 2018 um 02:15 Uhr und tagesschau24 um 09:00 Uhr.

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