Venezuelas Präsident Maduro in Caracas | Bildquelle: AFP

Krise in Venezuela Maduro fordert Rücktritt seiner Minister

Stand: 18.03.2019 02:39 Uhr

Um das Land vor "jeglicher Bedrohung" zu schützen, hat Venezuelas Staatschef sein Kabinett zum Rücktritt aufgefordert. Das teilte Vizepräsidentin Rodriguez mit. Die Hintergründe sind unklar.

Venezuelas Staatschef Nicolás Maduro hat laut seiner Vizepräsidentin den Rücktritt seines Kabinetts gefordert. Maduro habe verlangt, dass alle Minister ihre Posten für eine "tiefgreifende Umstrukturierung" des südamerikanischen Staates aufgeben, schrieb Delcy Rodríguez auf Twitter.

Es wäre nicht das erste Mal, dass Maduro seine Minister auswechselt. Seit seinem Amtsantritt 2013 hat er sein Kabinett mehrmals umgebildet und Mitglieder des Militärs zum Beispiel an die Spitzen des Öl- und Innenministeriums befördert. Grund für die erneute Umbildung sei, dass Venezuela vor jeglicher Bedrohung geschützt werden solle, schloss Rodríguez ihren Tweet. Maduro äußerte sich zunächst nicht öffentlich zu dem Schritt.

Die Hintergründe sind noch unklar. Es könnte sich wie in der Vergangenheit um eine eher kosmetische Ministerrochade handeln oder auch um radikalere Veränderungen.

Ein T-Shirt mit dem durchgestrichenen Konterfei Nicolás Maduros | Bildquelle: AFP
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Ein Anti-Maduro-Demonstrant in Venezuela. Seit Wochen protestieren Menschen landesweit gegen die Regierung.

Monatelanger Machtkampf

Die Rücktrittsforderung erfolgt inmitten einer schweren politischen Krise Venezuelas. Seit Ende Januar tobt dort ein Machtkampf zwischen Maduro und dem selbst ernannten Interimspräsidenten Juan Guaidó. Guaidó genießt zwar die Anerkennung von mehr als 50 Staaten, in Venezuela selbst hat die Opposition jedoch trotz mehrerer Großdemonstrationen die Regierung von Maduro bislang nicht entscheidend in Bedrängnis bringen können. Maduro kontrolliert nach wie vor den Staatsapparat, die Armee steht weiterhin hinter ihm. Am Wochenende gab es erneut landesweite Kundgebungen gegen die Regierung.

Nach dem verheerenden, landesweiten Stromausfall der vergangenen Woche ließ die Regierung das Militär zur Inspektion und zum Schutz der venezolanischen Infrastruktur ausrücken, dazu gehörten nach Regierungsangaben das Stromnetz, die Wasserversorgung, Krankenhäuser, Telekommunikation und die Lebensmittelversorgung. Maduro stellt den Blackout als Sabotageakt der Opposition mit Unterstützung aus Washington dar, die Opposition sieht den Grund dagegen in jahrelanger Misswirtschaft der Regierung.

Mit Informationen von Markus Plate, ARD-Studio Mexiko-Stadt.

Venezuelas Machtkampf und die Regierungsbildung
Markus Plate, ARD-Studio Mittelamerika und Karibik
18.03.2019 11:07 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 18. März 2019 um 05:30 Uhr.

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