Paul Manafort | Bildquelle: REUTERS

Trumps Wahlkampfmanager Schlüsselfigur vor Gericht

Stand: 31.07.2018 17:24 Uhr

In den USA hat der Prozess gegen Trumps Ex-Wahlkampfmanager Manafort begonnen. Angeklagt ist er wegen Steuerbetrugs. Doch das Verfahren könnte auch in der Russland-Affäre interessant werden.

Von Julia Kastein, ARD-Studio Washington

Paul Manafort galt lange als Mann exzellenter Verbindungen - vor allem zu russischen und ukrainischen Oligarchen. Im März 2016 heuerte US-Präsident Donald Trump ihn als Wahlkampfberater an. Doch kurz darauf musste Manafort wieder gehen, nachdem aufgeflogen war, dass er Jahre zuvor von der Partei des ehemaligen ukrainischen Präsidenten Viktor Janukowitsch auf illegalem Weg rund 35 Millionen Dollar bekommen haben soll. Deshalb muss sich der 69-Jährige nun wegen Geldwäsche, Steuerhinterziehung und Betrug verantworten.

Prozess gegen Trumps Ex-Wahlkampfchef Manafort
tagesschau 20:00 Uhr, 31.07.2018, Jan Philipp Burgard, ARD Washington

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Trump kritisiert "Hexenjagd"

Das Verfahren ist sozusagen ein Abfallprodukt der Untersuchung von Robert Mueller. Eigentlich geht es dem Sonderermittler um russische Wahl-Einmischung und die Frage, ob es dabei geheime Absprachen mit Trump und seinem Team gab.

Selbst der US-Präsident bestreitet die russische Einmischung nicht mehr - oder jedenfalls nicht immer. Aber er beharrt stets darauf, eine Verschwörung habe es nicht gegeben. Die Russland-Ermittlungen von Mueller seien nur eine Hexenjagd auf ihn, behauptete Trump zuletzt am Sonntag, als der Präsident eine ganze Batterie von erbosten Tweets über den Sonderermittler abfeuerte. Der stecke mit den Demokraten unter einer Decke und führe eine persönliche Fehde gegen ihn, weil Trump Mueller nicht zum FBI-Chef gemacht habe.

Was weiß Manafort?

Trump und seine Berater befürchten, dass der Sonderermittler mit dem Verfahren vor allem den Druck auf Manafort erhöhen will - zumal eine weitere Schlüsselfigur in dieser verwickelten Affäre Trump laut Medienberichten inzwischen die Gefolgschaft gekündigt hat: Michael Cohen war viele Jahre Trumps Fixer, der Mann für alle Fälle. Auch Cohen ist längst im Visier des Sonderermittlers. Gegen ihn wird wegen Delikten wie Bank und Scheckbetrug ermittelt.

Doch der Anwalt will nun offenbar auspacken. Es geht um die Frage, ob Trump wusste, dass sein Sohn sich im August 2016 mit mutmaßlichen russischen Agenten im Trump-Tower treffen wollte. Sie hatten ihm belastendes Material über die demokratische Kandidatin Hillary Clinton versprochen. Beide, sowohl Trump als auch sein Sohn, hatten das stets bestritten. Doch Cohen will nun angeblich bezeugen, dass er dabei war, als Trump junior den Vater informierte.

US-Sonderermittler Robert Mueller | Bildquelle: AP
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Sonderermittler Mueller geht der Frage nach: Hat Russland die US-Wahl 2016 beeinflusst?

Trumps früherer Anwalt Michael Cohen. | Bildquelle: AFP
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Auch gegen Trumps früheren Anwalt Cohen wird ermittelt.

Verdacht: Verschwörung gegen USA

Trump reagierte auf diese Nachricht prompt mit einem weiteren wütenden Tweet. Sein Anwalt Rudy Giuliani, ehemaliger Bürgermeister von New York, erklärte Cohen im US-Sender CNN kurzerhand zu einem notorischen Lügner, dem man ohnehin nichts glauben könne. Die ganzen Ermittlungen, so Giuliani, seien doch nur politisch motiviert. Die Demokraten sehen das anders: Der kalifornische Abgeordnete Eric Swallwell etwa erklärte bei CNN, "Das Wichtige hier ist, dass ein Präsidentschaftskandidat wusste, dass die Russen darauf aus waren, seinen Wahlkampf zu unterstützen." Eine Verschwörung um die USA zu betrügen sei das, und das sei eine Straftat.

Seit Beginn seiner Untersuchung vor einem Jahr hat FBI-Mann Mueller schon Anklage gegen fünf Mitglieder aus Trumps Wahlkampfteam erhoben. Vier von ihnen bekannten sich noch vor dem Hauptverfahren schuldig, bekamen eine geringere Strafe. Außerdem beschuldigte Mueller bislang insgesamt 25 Russen, darunter ein Dutzend Geheimdienstmitarbeiter, in die Affäre verwickelt zu sein. Sie sollen unter anderem Tausende E-Mails von Hillary Clinton gestohlen haben. Außerdem beschlagnahmte der Sonderermittler tonnenweise Dokumente und soll momentan dabei sein, auch die Tweets von Trump zu sichten. Dabei geht es um die Frage, ob der Präsident versucht, die Aufklärung durch Einschüchterung zu verhindern.

Eine wirklich heiße Spur, die vom Kreml in den Trump-Tower führt, hat Mueller bislang aber offenbar noch nicht gefunden.

Prozess-Auftakt gegen Paul Manafort
Julia Kastein, ARD Washington
31.07.2018 10:40 Uhr

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Über dieses Thema berichtete am 31. Juli 2018 Inforadio um 06:53 Uhr, tagesschau24 und 11:00 Uhr und die tagesschau um 12:00 Uhr.

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