Der Sarg von Anti-Apartheids-Kämpferin Winnie Madikizela-Mandela wird eskortiert. | Bildquelle: AFP

Staatsbegräbnis in Südafrika Abschied von "Mama Winnie"

Stand: 14.04.2018 17:54 Uhr

Sie war eine schillernde Symbolfigur des Anti-Apartheid-Kampfes in Südafrika und wurde als "Mutter der Nation" verehrt. Jetzt nahm das Land Abschied von Winnie Mandela - mit einem bewegenden Begräbnis.

Mit einem Staatsbegräbnis in Soweto hat Südafrika Abschied von der Anti-Apartheids-Kämpferin Winnie Madikizela-Mandela genommen. Sie war Anfang April im Alter von 81 Jahren gestorben.

Staatspräsident Cyril Ramaphosa würdigte die frühere Frau des Friedensnobelpreisträgers Nelson Mandela als "Mutter unserer Nation" und "große afrikanische Frau".

Tausende Menschen waren seit dem Morgen in das Orlando-Stadion in Soweto - einem Township von Johannesburg - geströmt. Dort hatte die Anti-Apartheids-Bewegung einst ihre Hochburg.

Viele Spitzenpolitiker angereist

Der in die Nationalflagge gehüllte Sarg wurde vorgefahren, Soldaten trugen ihn über einen roten Teppich hinein, ein Chor sang die Nationalhymne sowie die Lieblingslieder der Verstorbenen. Spitzenpolitiker verschiedener afrikanischer Nachbarländer waren angereist.

"Die Mutter der Nation ist tot, aber sie ist nicht gegangen", sagte Staatspräsident Ramaphosa. Sie lebe in all denjenigen weiter, die überall auf der Welt für ihre Rechte kämpften. "So wie wir bedrückt sind von der Trauer um ihren Tod, so sind wir auch getröstet durch den Reichtum und die tiefe Bedeutung ihres Lebens."

Das britische Model Naomi Campbell gedachte als Gastrednerin der Verstorbenen. | Bildquelle: AP
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Das britische Model Naomi Campbell gedachte als Gastrednerin der verstorbenen Winnie Madikizela-Mandela.

Naomi Campbell als Gastrednerin

Auch das britische Model Naomi Campbell erinnerte an den Anti-Apartheids-Kampf von Madikizela-Mandela. "Sie hatte die Augen und Ohren der Welt in jenen dunklen Tagen", sagte sie.

Madikizela-Mandela war von 1958 bis 1996 mit Nelson Mandela verheiratet. Die meiste Zeit der Ehe saß er im Gefängnis. Sie trug währenddessen dazu bei, dass die Lage ihres Mannes und die Ungerechtigkeit der Apartheid international im Bewusstsein blieben. Sie wurde zu einer wichtigen Figur des Widerstands, was ihr Kosenamen wie "Mama Winnie" und "Mutter der Nation" eintrug.

Ende der 1980er-Jahre geriet sie in die Kritik, weil sie brutale Morde an mutmaßlichen Kollaborateuren des Apartheid-Regimes befürwortet hatte. Nelson Mandela gab 1992 nach 38 Jahren Ehe die Trennung bekannt. Sie machte dennoch Karriere als Chefin der ANC-Frauenliga.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 14. April 2018 um 06:26 Uhr.

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