Nelson Mandela

Nelson Mandela gestorben Ein Volk trauert um "Tata Madiba"

Stand: 06.12.2013 11:35 Uhr

Die Nachricht vom Tod Nelson Mandelas hat Südafrika erschüttert. Hunderte pilgerten in der Nacht zu seinem Haus, um dem früheren Präsidenten die letzte Ehre zu erweisen. Staatschef Zuma würdigte ihn als Vater des modernen Südafrika.

Von Jan-Philippe Schlüter, ARD-Hörfunkstudio Johannesburg

"Liebe Landsleute, unser geliebter Nelson Rolihlahla Mandela, der Gründungspräsident unserer demokratischen Nation, ist verstorben." Mit diesen Worten informiert Südafrikas Präsident Jacob Zuma um kurz vor Mitternacht live im Fernsehen und im Radio die Südafrikaner über den Tod des Nationalhelden.

Mandela sei um 20:50 Uhr im Kreise seiner Familie friedlich entschlafen. Die Nation habe ihren bedeutendsten Sohn verloren, das Volk seinen Vater, sagte Zuma.

Hunderte versammeln sich an seinem Haus

Trauernde legen vor dem Haus von Nelson Mandela Blumen nieder
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Trauernde legen vor dem Haus von Nelson Mandela Blumen nieder.

Es hatte schon am Abend Gerüchte um den Zustand Mandelas gegeben, weil sich seine Familie in seinem Haus versammelt hatte. Wenige Stunden später war dann klar: Südafrika hat den Vater der Regenbogennation verloren. Zum Abschluss seiner Rede sagte Präsident Zuma: "Wir werden Dich immer lieben, Madiba. Möge Deine Seele in Frieden ruhen."

Die ganze Nacht über versammelten sich hunderte von Menschen vor dem Haus von Nelson Mandela im Johannesburger Stadtteil Houghton. Alle Hautfarben waren vertreten, alle Altersgruppen. Manche kamen sogar im Schlafanzug.

Die Menschen trauern um Tata Madiba, wie sie ihn liebevoll nennen. Tata bedeutet in der Sprache der Xhosa "Vater", Madiba ist der Name seines Clans, der in Südafrika häufig Teil des bürgerlichen Namens ist. Sie feiern ihn aber auch für das, was er für Südafrika erreicht hat.

"Worte können nicht ausdrücken, wie dankbar wir sind"

"Ich habe zu einer Zeit gelebt, in der wir Schwarzen nicht wählen durften", sagt eine ältere Passantin am Haus des Verstorbenen in Johannesburg. "Als wir es dann durften, war es wunderbar. Als er Präsident war, war es großartig. Unser Land muss kämpfen. Aber durch sein Vorbild werden wir nur stärker."

Manche halten Kerzen in der Hand und sind in sich gekehrt. Einige legen Blumen und Briefe ab. Aber die meisten Menschen singen, tanzen, beten - und preisen Mandela, den Vater des neuen Südafrika: "Ich bin hier, um eine Legende zu preisen", sagt ein Mann. "Ich bin voller Demut, dass Gott uns Mandela für 95 Jahre geschenkt hat."

Ein anderer pflichtet ihm bei: "Worte können nicht ausdrücken, wie dankbar wir sind für das, was Du für uns getan hast." Vor einem Nachbarhaus haben Nachbarn eine Großbildleinwand aufgebaut. Darauf ist ein Portrait Mandelas projiziert mit dem Schriftzug: Nelson Mandela, 1918 bis 2013.

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