"Opportunity" seit zehn Jahren auf "Rotem Planeten" Mars-Rover mit Arthritis

Stand: 29.06.2014 03:49 Uhr

Auch ein Marsroboter zeigt Alterserscheinungen. Doch trotz Arthritis und Problemen beim Abspeichern von Informationen sorgt der kleine Rover "Opportunity" immer wieder für neue Entdeckungen. Genau zehn Jahre ist er auf dem "Roten Planeten".

Von Martin Ganslmeier, NDR-Hörfunkstudio Washington

Michael Meyer, Chefwissenschaftler der Raumfahrtbehörde NASA, kann sich noch genau an die Landung von "Opportunity" erinnern: In dicke Airbags eingepackt schlug der Rover am 25. Januar 2004 auf dem Mars auf.

"Die Airbags sorgten dafür, dass er mehrere Male aufprallte, bevor er wirklich zum Stehen kam", erklärt Meyer. Dann fuhr "Opportunity" die Solarflügel aus und legte die ersten Zentimeter auf dem Roten Planeten zurück.

Mars-Rover "Opportunity" auf dem "Roten Planeten"
galerie

Mars-Rover "Opportunity" bei der Arbeit.

"Niemand hätte das erwartet"

Damals hoffte die NASA, dass der kleine Rover drei Monate durchhalten und einen Kilometer zurücklegen würde. Zehn Jahre später läuft "Opportunity" immer noch und hat fast 40 Kilometer hinter sich. "Niemand hätte das damals erwartet: Dass ein Mars-Rover auch nach zehn Jahren noch funktioniert - und zwar sehr produktiv", sagt John Callas, Manager des Rover-Programms.

"Opportunity" ist deutlich kleiner als sein High-Tech-Nachfolger "Curiosity", der auf der anderen Mars-Hälfte unterwegs ist. Auch hat "Opportunity" keinen Laser an Bord. Aber er hat schon fünf Mars-Krater erkundet und 170.000 Bilder zur Erde gefunkt.

Nach zehn Jahren leide er natürlich unter altersbedingten Verschleißerscheinungen, sagt Callas. Wie andere Senioren auch habe er manchmal Probleme beim Abspeichern von Informationen. Und: "Die Steuerung rechts vorne klemmt. Der Roboterarm hat Arthritis. Und zwei der wissenschaftlichen Geräte funktionieren nicht mehr."

Dennoch sorgt der kleine Rover immer wieder für neue Entdeckungen. Erst kürzlich stieß er am Rande eines großen Kraters auf die bisher ältesten Mars-Steine. Die Analyse ergab, dass vor 3,7 Milliarden Jahren Wasser über sie geflossen sein muss. Dass es einmal Wasser und somit die Chance für primitives Leben auf dem Mars gab, hatte schon eine der ersten Entdeckungen von "Opportunity" gezeigt: kleine Steinchen, die wegen ihrer Form "Blaubeeren" genannt wurden. Sie entpuppten sich als Eisenoxide - ebenfalls ein Hinweis auf eine wasserhaltige Umgebung.

2020 könnte es eng werden für den kleinen Pionier

Mars-Roboter "Curiosity" bei der Arbeit auf der Marsoberfläche
galerie

Er arbeitet auf der anderen Seite des Planeten: "Opportunitys" jüngerer Kollege "Curiosity".

So lange der Rover so weitermacht, so lange halte auch die Raumfahrtbehörde an ihm fest, verspricht NASA-Wissenschaftler Steve Squyres. Bedrohlicher als die Altersgebrechen von "Opportunity" sind ohnehin die Budgetzwänge der NASA: 14 Millionen Dollar pro Jahr kostet der Betrieb des Rovers.

2016 will die NASA das Bohrfahrzeug "Insight" auf den "Roten Planeten" schicken, um das Mars-Innere zu erforschen. 2020 soll ein Rover mit noch mehr High Tech folgen. In Zeiten knapper NASA-Budgets könnte es dann eng werden für "Opportunity", den kleinen Pionier unter den Rovern.

Darstellung: