Anwohner blicken auf den gekenterten Frachter "Wakashio" vor Mauritius | Bildquelle: AFP

Schiffsunglück vor Mauritius Umweltparadies droht Öl-Katastrophe

Stand: 07.08.2020 16:31 Uhr

Ein gestrandeter Frachter vor der Küste von Mauritius verliert Öl. Dem Urlaubsparadies droht nun eine Umweltkatastrophe. Laut Regierung ist die Insel "unzureichend ausgerüstet" für eine solche Situation.

Dem Urlaubsparadies Mauritius droht eine Umweltkatastrophe: Ein vor rund zwei Wochen auf Grund gelaufener Frachter verliert nun Öl, sagte die Exekutivdirektorin der Mauritian Wildlife Foundation, Deborah de Chazal. "Die ganze Lagune ist voller Öl", beschreibt ein Anwohner und ehemaliger Mitarbeiter von Greenpeace die Szenerie. "Überall ist eine massive Verschmutzung."

Der Frachter "Wakashio" liegt auf einem Korallenriff vor Mauritius, Bewohner können ihn vom Strand aus sehen. Das Schiff war am 25. Juli vor der Ostküste von Mauritius im Indischen Ozean gestrandet. Laut der japanischen Inhaber war das Schiff ohne Fracht von Singapur nach Brasilien unterwegs. Örtliche Medien berichteten, das Schiff habe 200 Tonnen Diesel und 3800 Tonnen Schweröl an Bord. Die Besatzung konnte in Sicherheit gebracht werden. Versuche, das Schiff zu stabilisieren oder das Öl abzupumpen, scheiterten nach Angaben der Regierung.

Sorge vor "ökologischer Krise"

Die Unfallstelle liegt in der Nähe von zwei Naturschutzgebieten. Fischereiminister Sudheer Maudhoo sagte vor Journalisten, sein Land sei zum ersten Mal mit einer derartigen Krisensituation konfrontiert: "Wir sind dafür unzureichend ausgerüstet." 

Dies sei womöglich "eine der schlimmsten ökologischen Krisen, die dieser kleine Inselstaat jemals erlebt hat", teilte Greenpeace mit. "Um negative Auswirkungen auf die Umwelt so gut es geht zu verhindern, haben wir einen Zaun aufgebaut und begonnen, das Öl abzupumpen", sagte ein Sprecher der japanischen Firma Nagashiki Shipping, der der Frachter gehört.

Beliebtes Urlaubsziel

Mauritius mit seinen 1,3 Millionen Einwohnern ist weltweit für prachtvolle Korallen, blendend weiße Strände sowie eine bunte Fülle an Meereslebewesen und Landtieren bekannt. Das Festland ist laut Umweltministerium von 150 Kilometern Korallenriff umgeben. Diese Naturpracht zog im vergangenen Jahr nach Regierungsangaben 1,4 Millionen Touristen an.

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